Pkw-Markt Flottenkunden werden 2021 entscheidende Kundengruppe

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

In den letzten Wochen war von einer Krise im Privatkundengeschäft wenig zu spüren. Das wird sich nach dem Jahreswechsel ändern, erwartet die Marktforschung Dataforce. Für den Handel rücken die Gewerbekunden in den Fokus und mit ihnen eine spezielle Gruppe von Fahrzeugen.

Was passiert 2021? Allgemein sollen die Absatzzahlen steigen, vor allem im Flottenmarkt sind aus Sicht der Marktforschung Dataforce Steigerungen möglich.
Was passiert 2021? Allgemein sollen die Absatzzahlen steigen, vor allem im Flottenmarkt sind aus Sicht der Marktforschung Dataforce Steigerungen möglich.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der Pkw-Neufahrzeugmarkt wird nach allen bisherigen Prognosen 2021 wieder anziehen. Umstritten ist noch das Ausmaß der Erholung – und unklar ist, in welchen Vertriebskanälen sich der Markt erholen wird. Aus Sicht der Marktforschung Dataforce wird der Privatmarkt nach der Verkaufsrallye der letzten Wochen wohl weniger Impulse senden. Dagegen wird die Bedeutung der „Sondereinflüsse“ wachsen.

Nach jetzigem Stand läuft die reduzierte Mehrwertsteuer in Deutschland zum Jahresende aus, entsprechend entfällt für die Privatkunden ein Anreiz, sich einen Neuwagen zuzulegen. Zudem werden die wirtschaftlichen und konjunkturellen Effekte im Jahresverlauf deutlicher zu Tage treten. Aus Sicht von Dataforce wird die Entwicklung dazu führen, dass die Privatkunden ihre Ersatzkäufe noch etwas länger hinauszögern. Wenn sie sparen müssen, schauen sich Kaufinteressenten darüber hinaus auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach einem fahrbaren Untersatz um.

Anders dagegen der Flottenmarkt: Er werde das erste Marktsegment sein, in dem die Nachfrage wieder anzieht, heißt es von der Marktforschung. Weil zuletzt viele Unternehmen bestehende Leasingverträge verlängert haben, stehen nun 2021 überdurchschnittlich viele Erneuerungen an. Zwar müssen die Unternehmen sparen, doch das werde „in erster Linie die Betriebskosten betreffen“. Zudem sei es en vogue, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, indem Elektroautos angeschafft werden. Die Nachfrage nach Batteriefahrzeugen und Plug-in-Hybriden werde entsprechend hoch bleiben.

Nachholeffekte in den Sonderkanälen

Hohes Wachstum wird zudem aus einem Vertriebskanal kommen, von dem der Handel traditionell nicht profitiert: dem Geschäft mit den Autovermietern. Viele Vermieter haben ihren Bestand 2020 sehr weitgehend heruntergefahren. Somit benötigen sie neue Fahrzeuge, um die anziehende Nachfrage zu bedienen, selbst wenn diese noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau bleibt. Durch den niedrigen Bestand werde der Kanal hohe prozentuale Wachstumsraten verzeichnen, erwartet Dataforce.

Noch stärkere statistische Effekte kommen bei den Eigenzulassungen von Herstellern und Handel zum Tragen. Beide Gruppen haben 2020 ihre Fahrzeugbestände reduziert, auch aus Furcht während eines Lockdowns auf unverkauften Fahrzeugen sitzenzubleiben. Während die Produktion wieder läuft, könnte die Nachfrage hinter den Planungen zurückbleiben. „Taktische Zulassungen helfen dann, die Auslastung hoch und die Flottenemissionen auf Kurs zu halten“, heißt es von der Marktforschung.

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