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Flottenmarkt verliert europaweit an Schwung

| Autor: Andreas Grimm

In den letzten Jahren war auf den Flottenmarkt Verlass. In diesem Jahr wird der Absatz über diesen Kanal allerdings sinken, erwartet die Marktforschung Dataforce. Trotzdem bleiben die Zahlen hoch. Für andere wichtige Märkte ist ein ähnlicher Verlauf zu erwarten.

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Die Fahrzeugflotten werden 2020 in Deutschland weniger Autos abnehmen. Eine Krise sieht die Marktforschung Dataforce aber nicht.
Die Fahrzeugflotten werden 2020 in Deutschland weniger Autos abnehmen. Eine Krise sieht die Marktforschung Dataforce aber nicht.
(Bild: Daimler)

Nach einer europaweit feststellbaren deutlichen Aufwärtsentwicklung des Gewerbekundengeschäfts in den vergangenen Jahren erwarten die Marktforscher von Dataforce für das laufende Jahr eine Eintrübung. Insbesondere in Deutschland und Frankreich sehen sie den Flottenmarkt im Rückwärtsgang.

Für Deutschland konstatiert Dataforce nach der jahrelangen Aufwärtsentwicklung eine grundsätzlich gesättigte Nachfrage. 2019 hatte der Flottenmarkt mit gut 938.000 Neuzulassungen erstmals mehr als 900.000 Neuwagen aufgenommen und war dabei um fast 15 Prozent gewachsen. Aus dem über Jahre hinweg stark ausgeweiteten Markt resultiert nun noch eine hohe Zahl an Ersatzkäufen, die dieses Neuzulassungssegment „weiter auf einem sehr hohen Niveau hält“. In den ersten beiden Monaten des Jahres war der Flottenmarkt hierzulande sogar noch leicht gewachsen.

Insgesamt erwartet Dataforce einen Rückgang um 7,8 Prozent auf rund 865.000 Einheiten. Das wären dann aber immer noch knapp 50.000 Einheiten mehr als noch im Jahr 2018. Allerdings steht die Prognose noch unter einem „Corona-Vorbehalt“. Sollte die Pandemie weitere Kreise ziehen, Lieferketten stören und die Produktionsabläufe unterbrechen, würden „Neuzulassungsvolumina nach hinten geschoben und die Prognose für das aktuelle Jahr verringert“.

Für wesentlich halten die Marktforscher die veränderte Wahl des Antriebs der neuen Flottenfahrzeuge. Es werde einen merklichen Trend zu elektrifizierten Modellen geben, da diese Fahrzeuge durch die nochmals reduzierte Steuer des geldwerten Vorteils von Elektrofahrzeugen deutlich attraktiver für die Nutzer werden. Dazu kommt, dass die Hersteller „sukzessive ihre Angebotspalette um E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride erweitern“.

Rückgang in Frankreich, Wachstum in Spanien

Beim Blick über die Grenzen geht die Prognose für Frankreich ebenfalls nach unten. Beim westlichen Nachbarn hatten die Firmen zuletzt ebenfalls kräftig in die automobile Ausstattung investiert. Mit 540.000 Neuzulassungen verbuchte der französische Flottenmarkt 2019 einen Zulassungsrekord (+13,6 %). Allerdings spielten in den Aufschwung Vorzieheffekte hinein, da in Frankreich seit Jahresanfang für Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß über 110 g/km Strafzahlungen fällig werden. Die Neuwagenverkäufe sollen laut Dataforce im laufenden Jahr daher um 3,8 Prozent sinken, der Flottenmarkt sogar um 7,1 Prozent.

Im drittgrößten EU-Flottenmarkt, in Spanien, hatte sich die Situation im Vorjahr ebenfalls deutlich verbessert. Musste der Gesamtmarkt einen Rückgang um 4,3 Prozent hinnehmen, legten die Flottenzulassungen dagegen um 5,8 Prozent auf etwas weniger als 310.000 Neuzulassungen zu. Das laufende Jahr wird in Spanien nun geprägt sein von nachlassender wirtschaftlicher Dynamik. Gleichwohl werde der Flottenmarkt in dem Land nochmals um 3,5 Prozent wachsen, erwartet Dataforce. Die Marktforschung sieht gegen Jahresende eine größere Zahl vorgezogener Neuzulassungen, da die Berechnung der in Spanien üblichen Neuzulassungssteuer zum Jahreswechsel von NEFZ- auf WLTP-Werte umgestellt wird. Damit steigen in vielen Fällen die Kosten, weshalb viele „Käufer versuchen werden, ihr Auto noch im laufenden Jahr zuzulassen“.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«