Fiat 127

Flotter Flitzer für viele

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Während Wettbewerber wie NSU Prinz/1000, Simca 1000, Hillman Imp oder VW Käfer 1200 weiter am Heckmotor festhielten, ersetzte der Fiat 127 das konstruktiv vergleichbar gestrige Duo Fiat 850 und Fiat 770. In den eleganten Formen von Pio Manzù gewann er sogar konservative Käufer, denen etwa der 1972 eingeführte Renault 5 mit seinen provokativen Plastikstoßfängern zu progressiv erschien. Während die italienischen Musikcharts vom sonnigen „La canzone del sole“ (Lucio Battisti) bestimmt wurden, festigte der frontangetriebene Typ 127 Fiats Vormachtstellung in Italien und in vielen aufstrebenden Märkten.

Jeder zweite in Italien verkaufte Neuwagen trug damals das Fiat-Logo. Dieses Ziel strebte der Turiner Autobauer auch in Brasilien und Argentinien an, verfolgte es über das Montagewerk von Livingstone Motor Assemblers im afrikanischen Sambia und realisierte es via Seat-Lizenz in Spanien. In Osteuropa reüssierte der Fiat 127 in Polen und als Genspender für den berühmt-berüchtigten Zastava Yugo aus Jugoslawien, der sogar in Nordamerika verkauft wurde.

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Auch der Nachfolger wurde ein echter Verkaufsschlager

Der 1969 eingeführte erste kompakte Frontantriebs-Fiat vom Typ 128 konkurrierte in der Disziplin „Schnellroster“ noch mit „Korrosionskönigen“ wie dem Alfasud. Der Fiat 127 profitierte zügig von einem neuen Lackierverfahren inklusive Rostschutzbehandlung und einem Garantieversprechen gegen die braune Pest. Maßnahmen, die das italienische Volksauto ebenso zum Longseller prädestinierten wie die mechanische Robustheit, die von Fachmedien in Dauertests herausgestellt wurde.

Über 50.000 nahezu defektfreie Kilometer mit einem hochdrehenden 0,9-Liter-Motor – die 34 kW/45 PS standen erst bei 6.000 min-1 bereit – waren Anfang der Siebzigerjahre geradezu sensationell. So wundert es nicht, dass der Kleinwagen, der 1977 und 1981 an Front und Heck durch zeitgeistige Kunststoffapplikationen aufgefrischt wurde, seine Antriebstechnik auch noch im 1980 vorgestellten Panda 45 weiterleben ließ.

Abgelöst wurde der 127 in Europa erst durch den 1983 eingeführten Uno. Dieser machte seinem Namen alle Ehre und führte die Marke Fiat wie schon der 127 noch einmal an die Spitze der europäischen Verkaufscharts. Und noch etwas verbindet die Typen Uno und 127: Beide Italiener sind heute fast verschwunden – von den Straßen und auch aus dem kollektiven Gedächtnis.

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