Flüssiggas „Flüssiggas bleibt als Übergangskraftstoff eine interessante Alternative“

Von Andreas Grimm

Angesichts hoher Benzin- und Dieselpreise wächst das Interesse an Antriebsalternativen weiter. Entsprechend entscheiden sich wieder mehr Käufer für einen Flüssiggas-Antrieb. Autogas-Lobbyist Jobst-Dietrich Diercks über die Hintergründe.

Autogas gewinnt im Antriebsmix wieder an Bedeutung.
Autogas gewinnt im Antriebsmix wieder an Bedeutung.
(Bild: Opel)

Erdgas- und Flüssiggas-Fahrzeuge haben nach einem kleinen Boom in den 2000er-Jahren eine Durststrecke zurückgelegt. Speziell die Flüssiggas-Modelle (LPG) sind aber derzeit wieder stärker gefragt: Ihr Anteil an den Neuzulassungen nähert sich der Ein-Prozent-Marke. Was hinter dem neuen Boom steckt, erläutert Jobst-Dietrich Diercks, Vorsitzender des Deutschen Verbands Flüssiggas, auf Anfrage von »kfz-betrieb«.

Der Marktanteil von neu zugelassenen LPG-Fahrzeugen ist deutlich gestiegen und liegt bei knapp einem Prozent. Woher kommt dieser Boom – in den 2010er-Jahren war das Interesse der Konsumenten doch dauerhaft rückläufig?

Jobst-Dietrich Diercks: Für 70 Prozent der Autofahrer sind die Energiekosten ein wichtiges Argument beim Kauf eines Neuwagens. Dass die Energiekosten beim Neuwagenkauf weiter an Bedeutung gewinnen, zeigen auch die steigenden Neuzulassungen von Autogas-Fahrzeugen. Im März 2022 wurden laut KBA in Deutschland 1.745 Pkw mit Autogas-Antrieb neu angemeldet. Damit sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat stark gestiegen. Bereits 2021 konnten die Neuzulassungen von Autogas-Fahrzeugen im Vergleich zu Vorjahr um 55 Prozent zulegen.