Fördergelder Dank „Go-Digital"

Autor / Redakteur: Frank Schlieben / Dr. Dominik Faust

Viele Unternehmer fürchten die Kosten der digitalen Umstellung ihres Betriebs. Damit Unternehmer im Mittelstand leichter auf den Digitalisierungszug aufspringen können, stellen Bund und Länder zahlreiche Förderprogramme zur Verfügung.

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Staatliche Fördermittel sollen kleineren Betrieben den Einstieg in die Digitalisierung erleichtern.
Staatliche Fördermittel sollen kleineren Betrieben den Einstieg in die Digitalisierung erleichtern.
(Bild: © tech_studio - stock.adobe.com)

Dass Deutschland bei der Digitalisierung weltweit nur Mittelmaß sei, hört man in letzter Zeit häufiger. Ganz unberechtigt ist die Kritik nicht, wenn man sich das Hickhack um die Vergabe der Mobilfunklizenzen der fünften Generation (5G) und das aktuelle Mobilfunknetz, das alles andere als lückenlos ist, vergegenwärtigt. Auch Aussagen wie die der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, „dass nicht an jeder Milchkanne eine 5G-Abdeckung notwendig sei“, nähren den Verdacht, man nehme es in Deutschland mit der Digitalisierung und flächendeckender Mobilfunkversorgung nicht ganz ernst.

Geförderte Beratung

Allerdings ist das nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass Bund und Länder eine Vielzahl von Förderprogrammen initiiert haben, mit denen sie die Digitalisierung in Industrie, Mittelstand und öffentlicher Verwaltung zügig vorantreiben wollen. Sucht man in der Förderdatenbank (www.foerderdatenbank.de) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unter dem Schlagwort Digitalisierung nach Fördermöglichkeiten, wirft die Datenbank aktuell 229 verschiedene Programme aus. Diese richten sich häufig an Unternehmen und unterstützen Vorhaben in Forschung und Entwicklung, aber auch konkrete Digitalisierungsprojekte in der Wirtschaft. Häufig gefördert werden zudem Beratungsprojekte, die besonders kleinen Unternehmen und Handwerksbetrieben dabei helfen sollen, ihren Weg in die digitale Zukunft zu finden. Denn insbesondere kleinere Unternehmen tun sich schwer, einen Zugang zum Megathema Digitalisierung zu finden. Sie erkennen oft noch nicht, welchen Nutzen sie davon haben.

Speziell an Handwerksbetriebe und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft richtet sich das Förderprogramm „go-digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Das Programm fördert Beratungen in den drei Bereichen digitalisierte Geschäftsprozesse, digitale Markterschließung und IT-Sicherheit. Die drei Beratungsbereiche können innerhalb eines Projekts miteinander kombiniert werden. Grundsätzlich ist unabhängig vom gewählten Beratungsbereich bei jedem Projekt eine Pflichtberatung zur IT-Sicherheit vorgeschrieben.

Nutzen können das Förderprogramm Handwerks- und Gewerbebetriebe, die nicht mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigen und eine Betriebsstätte oder zumindest eine Niederlassung in Deutschland haben. Zudem darf der Vorjahresumsatz oder die Vorjahresbilanzsumme maximal 20 Millionen Euro betragen haben. Unternehmen müssen außerdem nach der De-minimis-Regelung förderfähig sein, das heißt, ein Unternehmen darf in drei aufeinanderfolgenden Steuerjahren insgesamt maximal 200.000 Euro Förderung erhalten haben. Gefördert werden durch das Programm Beratungsleistungen bis zu einem Höchstsatz von 1.100 Euro und maximal 30 Beratertagen, die innerhalb von sechs Monaten stattfinden müssen. Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses von maximal 50 Prozent der Nettoberatungskosten.

Informationen zu passenden, zertifizierten Beratungsunternehmen und dem Förderprogramm finden interessierte Unternehmer über die Website www.bmwi-go-digital.de.

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