E-Mobilität Förderung für öffentliche Ladepunkte vorerst ausgelaufen

Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Doris Pfaff

Mehr als 30.000 öffentliche Ladepunkte wurden in den vergangenen drei Jahren bewilligt, 11.500 Ladepunkte bisher errichtet. Weitere und für Kfz-Betriebe relevante Förderprogramme sollen laut dem ZDK noch in diesem Jahr folgen.

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Die Bundesregierung plant für 2021 neue Förderprogramme zum Aufbau der Ladeinfrastruktur.
Die Bundesregierung plant für 2021 neue Förderprogramme zum Aufbau der Ladeinfrastruktur.
(Bild: ProMotor)

Die 2017 in Kraft getretene Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ ist nach sechs Förderaufrufen und gut 30.883 bewilligten öffentlichen Ladepunkten mit einem Fördervolumen von rund 300 Millionen Euro beendet. Das berichtet der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Markengebundene Kfz-Betriebe hätten von diesem Förderprogramm allerdings nur wenig Gebrauch machen können, weil Anträge aufgrund geltender Herstellervorgaben nicht bewilligt worden seien (Subsidiaritätsprinzip), erinnert der ZDK.

Da die Ladeinfrastruktur aktuell als „Flaschenhals“ für den Markthochlauf der E-Mobilität gilt, werden in diesem Jahr voraussichtlich eine Reihe von neuen Förderprogrammen aufgelegt, um das Ziel von sieben bis zehn Millionen zugelassenen E-Autos bis 2030 zu erreichen. Laut einer aktuellen Studie im Auftrag des BMVI wird sogar mit bis zu 14,8 Millionen E-Fahrzeugen am Ende dieser Dekade gerechnet.

Weitere Förderungen sollen 2021 kommen

Folgende bundesweite Förderprogramme sind geplant:

  • 1. Neuauflage der Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge“:
    Noch im Frühjahr soll es eine Neuauflage des gerade ausgelaufenen Programms für die Errichtung von öffentlich zugänglichen Ladesäulen geben. Das Fördervolumen soll rund 500 Millionen Euro umfassen. Bislang unbekannt sind Details zur den Förderkriterien.
  • 2. Förderprogramm für private Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden:
    Seit Ende November 2020 können Privatleute, Mieter, Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften im KfW-Zuschussportal einen Zuschuss in Höhe von 900 Euro für Ladestationen an privat genutzten Stellplätzen von Wohngebäuden beantragen. Nach ZDK-Informationen ist das Fördervolumen in Höhe von 200 Millionen Euro fast ausgeschöpft. Wer hier noch profitieren möchte, sollte den Zuschuss schnellstmöglich beantragen. Die Ladestation darf ohnehin erst nach Bewilligung des Förderantrags (innerhalb von zwölf Monaten) bestellt und montiert werden. Alle relevanten Informationen sind auf der Webseite der KfW zu finden.
  • 3. Geplantes Schnellladegesetz (SchnellLG):
    Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) hat einen Entwurf für ein Schnellladegesetz vorgelegt, das die Rechtsgrundlage zur Ausschreibung der Schnellladeinfrastruktur darstellen soll. Ziel ist, eine flächendeckende Schnellladeinfrastruktur mit einer Ladeleistung von über 100 kW im Mittel- und Langstreckenverkehr an 1.000 Standorten bis Ende 2023 aufzubauen. Die im Gesetzesentwurf enthaltenen staatlichen Vorgaben wie zum Beispiel die Festlegung von Gebieten und die eigentumsrechtliche Trennung von Grundstücken und Ladeinfrastruktur führen dazu, dass die Errichtung von Schnellladepunkten an den eigenen Betriebsstätten für Autohäuser und Kfz-Werkstätten unattraktiv ist. Im dazugehörigen Beteiligungsverfahren hat der ZDK Stellung bezogen.
  • 4. Förderprogramm für nicht öffentliche Ladeinfrastruktur zur gewerblichen Nutzung:
    Für den Sommer 2021 wurde ein Förderprogramm für Ladepunkte im nicht öffentlichen gewerblichen Bereich angekündigt. Insgesamt soll ein Fördervolumen in Höhe von 350 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Dieses Förderprogramm könnte für den Eigenbedarf von Kfz-Betrieben sehr interessant werden, um Lademöglichkeiten für Geschäfts- und Vorführwagen oder in der Werkstatt zu schaffen.

Sobald die Förderprogramme veröffentlicht und die jeweiligen Kriterien bekannt sind, will der ZDK seine Mitglieder im Detail informieren.

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