Dieselnachrüstung Förderung für Transporter wird verlängert

Autor: Jan Rosenow

Auch nach dem 31. März bekommen Transporterbetreiber Geld vom Staat, wenn sie ihr Fahrzeug nachrüsten lassen. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Anbieter von SCR-Katalysatoren.

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Das SCR-Nachrüstsystem der SK Handels GmbH eignet sich für Mercedes-Benz Sprinter und VW Crafter.
Das SCR-Nachrüstsystem der SK Handels GmbH eignet sich für Mercedes-Benz Sprinter und VW Crafter.
(Bild: SK Handels GmbH)

Nur noch bis zum 31. März läuft der vierte Förderaufruf für die Nachrüstung von Handwerkerfahrzeugen von 2,8 bis 7,5 Tonnen mit besserer Abgastechnik. Gewerbetreibende, die ihren Firmensitz in einer der von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Stadt oder in den angrenzenden Landkreisen haben, können sich den Einbau eines SCR-Katalysators vom Staat fördern lassen. Auch Kommunen und kommunale Eigenbetriebe sind antragsberechtigt. Die Förderquote beträgt höchstens 80 Prozent der Umrüstungskosten (System- und Einbaukosten) und ist auf einen Höchstbetrag von 3.600 Euro pro Fahrzeug begrenzt.

Noch haben aber nur sehr wenige Betriebe von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Deshalb führt die Bundesregierung die Aktion weiter. Ein neuer Förderaufruf befindet sich in Vorbereitung, der nahtlos an den am 31. März auslaufenden anschließen wird. Übrigens müssen Interessenten erst den Antrag stellen und die Bewilligung abwarten, bevor sie einem Kfz-Betrieb den Auftrag zur Nachrüstung geben dürfen. Die Formulare sind auf der Website der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (www.bav.bund.de) zu finden.

Autohaus mit eigener Nachrüstlösung

Unterdessen bringen immer mehr Anbieter Diesel-Nachrüstsysteme auf den Markt. Einer der traditionsreichsten Lieferanten ist das Unternehmen HJS aus Menden, das sich bereits frühzeitig auf die Entwicklung von Dieselnachrüstungen für Transporter fokussiert hat. Lieferbar sind Produkte für Mercedes-Benz, VW, Renault (Master) und Ford. Varianten für den Iveco Daily, den Opel Movano Kastenwagen und den Fiat Ducato folgen in diesem Frühjahr.

Ein weiterer Anbieter im Transportersektor ist das Autohaus SK Handels GmbH, ein Seat-Partner, der auch Fahrzeugnach- und -umrüstungen vielerlei Art anbietet. Das Unternehmen aus Aicha vorm Wald (Bayern) hat die Nachrüstsysteme im eigenen Haus entwickelt und stellt sie auch in Eigenregie her. Nur Komponenten wie den SCR-Monolithen bezieht man von namhaften Zulieferern, die auch Fahrzeughersteller beliefern.

Für den Mercedes-Benz Sprinter und für den Volkswagen Crafter mit Lkw- oder Pkw-Zulassung ist das System seit 2020 verfügbar. Weitere Fahrzeuganwendungen befinden sich derzeit in der Entwicklung.

Ein neuer Anbieter im Transportersegment ist das finnische Unternehmen Proventia, das ebenfalls einen Nachrüstsatz für den Sprinter entwickelt hat. Vertriebspartner in Deutschland ist Greencar aus Berlin, ein Spezialist für die Aufbereitung von Partikelfiltern. Eine ABE für den weit verbreiteten Mercedes-Transporter hat auch Baumot vorzuweisen, allerdings musste das Unternehmen im Januar Insolvenz anmelden. Ob es die Produktion des Nachrüstsystems in diesem Jahr aufnehmen kann, ist noch unklar.

Förderfähig ab 25 Prozent Umsatzanteil

Kfz-Betriebe im Umland der von zu hohen Stickoxidwerten betroffenen Städte sollten ihre gewerblichen Kunden auf die Nachrüstung ansprechen. Die Fahrzeughalter müssen übrigens nicht selbst in dieser Stadt oder in einem angrenzenden Landkreis ansässig sein. Auch weitere Entfernungen sind möglich, wenn die Firma nennenswerte Aufträge in der von Fahrverboten betroffenen Stadt hat. „Nennenswerte Aufträge“ liegen laut BAV vor, wenn 25 Prozent oder mehr der Aufträge pro Jahr in der belasteten Stadt geleistet werden.

Die Liste der „Schwerpunktstädte“ findet sich in der Förderrichtlinie, die auf der Website des BAV eingesehen werden kann.

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Über den Autor

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group