Ford 2.0: Mein Freund, der Kunde

Autor / Redakteur: Marcel Sommer / Christoph Seyerlein

Der Automobilhersteller Ford richtet sich neu aus. Um nicht zum „Nokia der Automobilbranche“ zu werden, rückt das Auto selbst bei den Amerikanern ein wenig in den Hintergrund.

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Apple-Flair bei Ford: Der Autobauer setzt künftig unter anderem wie hier in New York auf „Ford-Hubs“.
Apple-Flair bei Ford: Der Autobauer setzt künftig unter anderem wie hier in New York auf „Ford-Hubs“.
(Foto: Ford)

„Ich hätte gern einen Big Mac, `ne Pommes und eine Cola – und zahlen möchte ich mit Ford-Pay“, könnte es noch dieses Jahr bei der Fast-Food-Kette Mc Donalds in New York heißen. Aber nicht nur dort. Auch bei der Supermarktkette Seven Eleven ist in Zukunft diese Art des bargeldlosen Bezahlens möglich. Doch was ist das überhaupt? Ganz einfach: Es ist ein Teil der neuen, großen, globalen Neuausrichtung des Automobilherstellers Ford, dessen Überbegriff den Namen Ford-Pass trägt.

Die neue Plattform soll für eine engere und verbesserte Beziehung zu seinen jetzigen und künftigen Kunden sorgen. Soll heißen, nicht nur Ford-Fahrer, sondern auch alle anderen können an dem neuen System partizipieren. „Bei Ford-Pass dreht sich alles um kundenfreundliche Servicedienstleistungen“, betont Stephen Odell, als Leitender Vizepräsident von Ford zuständig für Marketing, Sales and Service weltweit.

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Warum die Amerikaner genau jetzt auf diesen Zug aufsteigen, weiß ihr Chef Mark Fields: „Der globale Dienstleistungsmarkt für Transport ist 5,4 Milliarden Dollar groß. Und an dem hält Ford wie seine Wettbewerber null Prozent. Schauen Sie sich an, was aus Nokia wurde, das früher den Mobiltelefonmarkt beherrschte.“

Beziehungen sind alles

Was er damit meint, ist in Hinblick auf die Kernkompetenz eines jeden Automobilherstellers nicht ganz so einfach umzusetzen: Er muss sich von seiner Fokussierung auf das ursprünglich Wesentliche, die Hardware, sprich das Auto an sich, lösen und mehr in die Beziehung zum potenziellen und selbstverständlich auch zum bestehenden Kunden investieren. Und wo könnte dies besser über Bonusprogramme funktionieren, als in den USA, wo nahezu jede Supermarkt-Kette über ein eigenes Kundenbindungsprogramm inklusive Karte verfügt?

Da wundert es nicht, dass mit Perks ein genau solches Programm ebenfalls zum Ford-Pass gehört. Schon die pure Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Hinzu kommen Vergünstigungen bei Kooperationspartnern. „Wir wollen mit bestehenden und künftigen Kunden auf eine besondere Weise interagieren, um jedes Mal eine positive Wahrnehmung der Marke Ford zu erreichen“, unterstreicht Elena Ford, als Vizepräsidentin der Ford Motor Company global verantwortlich für Händler- und Kundenbeziehungen.

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