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Ford-Chef Jim Hackett tritt zurück

| Autor / Redakteur: dpa/cs / Christoph Seyerlein

Erst im Februar übertrug Jim Hackett Jim Farley die Verantwortung für das operative Geschäft bei Ford. Nun erfolgt der komplette Stabwechsel: Wie der Hersteller mitteilte tritt Hackett als Chef zurück und Farley übernimmt. Auf ihn warten einige Herausforderungen.

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Jim Hackett (li.) tritt als Ford-Chef ab, auf ihn folgt Jim Farley (re.).
Jim Hackett (li.) tritt als Ford-Chef ab, auf ihn folgt Jim Farley (re.).
(Bild: Ford)

Der kriselnde US-Autoriese Ford stellt seine Konzernspitze bereits zum zweiten Mal in gut drei Jahren neu auf. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass der seit Mai 2017 amtierende Vorstandschef Jim Hackett (65) zurücktritt. Zum Nachfolger wurde mit Wirkung zum 1. Oktober Top-Manager Jim Farley befördert, der sich derzeit im Vorstand um das Tagesgeschäft kümmert.

Ford tut sich mit dem Wandel der Autoindustrie hin zu Zukunftstechnologien wie autonomem Fahren und Elektromobilität weiter schwer. Der Konzern steckt in einem tiefgreifenden Umbau, Hackett war eigentlich als großer Modernisierer angetreten. Auch sein Vorgänger Mark Fields hatte den Spitzenposten nach nur rund drei Jahren schon wieder geräumt.

Hackett werde bis März 2021 als Berater zur Verfügung stehen, teilte Ford mit. Aufsichtsratschef Bill Ford dankte Hackett in einer Mitteilung. Der Manager habe dem Hersteller eine „neue Produktvision“ verliehen, die vom elektrischen Mustang Mach-E, dem neuen Pick-up F150 und dem künftigen Bronco geprägt sei. Zudem war Hackett entscheidend an der Kooperation mit Volkswagen beteiligt.

Erst Beförderung, dann kompletter Stabwechsel

Die Ausgestaltung letzterer dürfte auch eine der Kernaufgaben für Hacketts Nachfolger Jim Farley darstellen. Dem 58-Jährigen hatte Hackett im Februar 2020 die Verantwortung für das operative Geschäft übertragen, nun folgt der komplette Stabwechsel.

Für die deutschen Ford-Standorte in Köln und Saarlouis könnte der Wechsel an der Konzernspitze nach Ansicht des Automobil-Experten Stefan Bratzel von Vorteil sein. „Der neue Ford-Chef Jim Farley war jahrelang für Europa zuständig und hat daher mehr Verständnis für den deutschen Automarkt“, sagte der Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Allerdings dürfte sich nach seiner Einschätzung am Sparkurs für das Ford-Werk in Köln wenig ändern. Farley werde die Sparbemühungen vermutlich noch einmal verstärken.

Für Deutschland hatte Ford zuletzt „klare Anzeichen für eine Erholung des Marktes“ gemeldet. Bei den verbindlichen Bestellungen liege man inzwischen wieder bei mehr als 80 Prozent der vor Corona angepeilten Ziele. Im ersten Halbjahr 2020 hatte Ford in Deutschland allerdings nur etwas mehr als 84.000 Neuzulassungen registriert. Das waren 41,4 Prozent weniger, als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Zwischen Mitte März und Anfang Mai musste Ford aufgrund der Pandemie die Produktion an seinen europäischen Standorten für mehr als sechs Wochen pausieren lassen.

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