Ford: Hersteller setzt den Rotstift an

Anders als im Rest Europas boomt hierzulande das Vertriebsgeschäft von Ford. Doch das schützt weder die deutsche Tochtergesellschaft noch den Handel vor einem massiven Kostendruck. Die beschlossene Margenkürzung ist nur eine Auswirkung.

| Autor: Julia Mauritz, Yvonne Simon

(Bild: kfz-betrieb)

Job-Kahlschlag, Produktionseinstellungen, verschärfter Sparkurs: Die Schlagzeilen, die Ford seit einigen Monaten macht, sind für das Markenimage alles andere als förderlich. Eine Trennung vom tief defizitären Europageschäft nach dem GM-Modell steht aktuell wohl genauso wenig zur Debatte wie ein Abschied aus Europa, aber der amerikanische Hersteller setzt konsequent den Rotstift an. 2018 musste Ford auf dem Kontinent einen operativen Verlust von 398 Millionen Dollar verschmerzen.

Die angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen sind drastisch: Von den rund 50.000 Arbeitsplätzen – davon circa 24.000 in Deutschland – soll eine „beträchtliche Menge“ wegfallen, wie Europachef Steven Armstrong Anfang des Jahres verkündete. Allein in Köln und Saarlouis sollen über 5.000 Stellen abgebaut werden. Außerdem dünnt Ford die Modellpalette aus: Ende Juni stellt der Hersteller die Produktion des C-Max und Grand C-Max ein, um sich in Saarlouis auf den Focus zu konzentrieren. Im September fällt der Ka+ weg. Durch die Einschnitte will Ford Europa möglichst schnell zurück in die Gewinnzone gelangen. Langfristig strebt der Hersteller nach eigenen Angaben eine Ebit-Marge von sechs Prozent an.

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