E-Go Früherer US-Finanzminister investiert in Aachener Elektro-Start-up

Autor: Andreas Grimm

Nach turbulenten Monaten soll es mit dem „einzigen westlichen, unabhängigen Elektroautohersteller“ E-Go Mobile weitergehen. Das Hersteller des elektrischen Stadtwagens Life hat 30 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Ab Juni soll die Produktion wieder rollen.

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Zum Neustart des Elektrohersteller E-Go gibt es den Life als Sondermodell „Next“.
Zum Neustart des Elektrohersteller E-Go gibt es den Life als Sondermodell „Next“.
(Bild: e.Go Mobile)

Next E-Go Mobile will es wissen. Der Hersteller von kleinen Elektroautos hat sich die finanzielle Basis geschaffen, um den elektrischen Stadtwagen E-Go Life ab Juni wieder zu produzieren. Dazu hat der aktuelle Mehrheitsgesellschafter ND Industrial Investments 30 Millionen Euro an Investorengeldern eingesammelt. Mit den Mitteln sollen nun „der Start der Produktion im E-Go Werk in Aachen ermöglicht und die Wachstumspläne des Unternehmens unterstützt“ werden, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Das Unternehmen „Next E-Go Mobile SE“ ist der Nachfolge der E-Go Mobile AG, die von Prof. Günther Schuh – der auch hinter der Streetscooter-Idee stand – als Ausgründung der Aachener Universität gegründet worden war mit dem Ziel, erschwingliche E-Autos zu produzieren. Das Unternehmen, das bereits Vertriebspartner im Handel hatte, war aus unterschiedlichen Gründen ins Trudeln gekommen und stand 2020 vor dem Aus.

Prominente Unterstützer

Bemerkenswert an der aktuellen Finanzierungsrunde sind die Investoren selbst. Nach Unternehmensangaben sind unter den Investoren unter anderem John Snow – nicht die Figur aus Game of Thrones, sondern der früherer US-Finanzminister unter George W. Bush –, Alejandro Agag (Gründer der Formel E) und Edward Norton, Schauspieler und UN-Botschafter für Biodiversität. Letzterer gilt als langjähriger Kämpfer für erneuerbare Energien auch als „ein prädestinierter Markenbotschafter für Next E-Go Mobile und die Mission, die urbane Mobilität zu transformieren“.

Ab Juni sollen dann die Bänder in Aachen für den Kleinstwagen Life wieder laufen. Zunächst sei der Bau einer auf 1.000 Exemplare limitierten Sonderedition namens „Next“ vorgesehen. Derzeit arbeite das Unternehmen mit den Zulieferern von Elektronik- und Kunststoffkomponenten zusammen, um die zeitnahe Aufnahme der Produktion sicherzustellen, hieß es. Parallel dazu werden die Mitarbeitenden schrittweise aus der Kurzarbeit geholt.

An der Wallbox in sechs Stunden voll geladen

Der E-Go Next wird von einem E-Antrieb mit 29 kW/39 PS Dauer- sowie 57 kW/77 PS Peakleistung angetrieben, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h. Mit seiner 21,5 kWh großen Batterie soll der gut 1,2 Tonnen schwere 4-Sitzer mit einer Ladung Strom nach WLTP 132 Kilometer weit kommen. Das Aufladen an einer Wallbox dauert rund sechs Stunden, an der Haushaltssteckdose sind es knapp unter 10 Stunden.

Die Version Next verfügt über LED-Scheinwerfer, Metallic-Lackierung, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Infotainmentsystem, Heizungen für Vordersitze und Frontscheibe sowie Regen- und Lichtsensor. Abzüglich Umweltbonus von 9.570 Euro kostet der Life Next rund 17.000 Euro. Zum Vergleich: 2019 wurde der E-Go Life erstmalig zum Preis von 15.900 Euro angeboten, aufgrund der damals niedrigeren Innovationsprämie lag sein Endpreis für Kunden bei 12.000 Euro.

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«