Fünf für die Brennstoffzelle

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Fünf Autohersteller sowie Energie- und Gasunternehmen haben die Initiative „HyFive“ gegründet. Ihr Ziel: den Bau weiterer Wasserstofftankstellen in Europa zu koordinieren.

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Die Initiative HyFive will in Europa die Entwicklung des Brennstoffzellenantriebs unterstützen.
Die Initiative HyFive will in Europa die Entwicklung des Brennstoffzellenantriebs unterstützen.
(Foto: Daimler AG)

38,4 Millionen Euro will sich die Initiative „HyFive“ (Hydrogen For Innovative Vehicles) die Förderung der Brennstoffzellentechnik in den kommenden Jahren kosten lassen. Als Autohersteller haben sich BMW, Daimler, Honda, Hyundai und Toyota dem Projekt angeschlossen. Alle arbeiten derzeit an eigenen Wasserstofffahrzeugen. In London vereinbarten sie nun, insgesamt 110 emissionsfreie Pkw an verschiedenen Orten in Europa einzusetzen und gemeinsam an einem neuen Wasserstoff-Tankstellennetz zu arbeiten. 75 Brennstoffzellenautos steuert allein Hyundai zu dem Projekt bei.

Honda will seinen neuen FCEV Anfang 2016 in Europa auf den Markt bringen und nutzt die Initiative, um seine Technik in Europa bekannter zu machen. Der FCEV ist Nachfolger des FCX Clarity, mit dem die Japaner bereits seit 2008 den Antrieb erproben und der seit drei Jahren im Rahmen der deutschen Clean Energy Partnership (CEP) auch hierzulande eingesetzt wird.

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„Mit 110 Fahrzeugen und sechs neuen Tankstellen ist HyFive das größte Einzelprojekt seiner Art in Europa“, betonte Bert De Colvenaer, Executive Director von FCH JU (Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking), einem als öffentlich-private Partnerschaft betriebenen Unternehmen, das HyFIVE finanziert.

Der deutsche LInde-Konzern, ein Anbieter von technischen Gasen, wird in diesem Rahmen nach eigenen Angaben unter anderem sein Hydrogen Center (LHC) in Unterschleißheim den frühen Nutzern von Wasserstoff-Pkw zugänglich machen. Im LHC erprobt Linde seit 2006 Betankungs-, Mess- und Steuertechniken.

Ebenfalls ein Baustein von „HyFIVE“ wird eine neue Wasserstofftankstelle in Bozen, Südtirol, die Linde für das Institut für Innovative Technologien (IIT) errichtet hat. Der Wasserstoff wird vor Ort mittels Elektrolyse durch Strom aus erneuerbaren Ressourcen produziert. Von Mai 2014 an sollen fünf Stadtbusse und zehn Autos damit betankt werden.

Saubere Technik

Die Brennstoffzellentechnologie nutzt Wasserstoff und den Sauerstoff aus der Umgebungsluft, um elektrischen Strom zu erzeugen. Die einzige Emission, die dabei entsteht, ist Wasserdampf. Nach Angaben von Honda sind Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzellen theoretisch doppelt so effizient wie konventionell angetriebene, benötigen also nur die Hälfte der Energie, und sind zudem sehr leise. Sie lassen sich schnell betanken und haben Reichweiten von bis zu 600 Kilometern.

Beteiligte Automobilhersteller:

  • BMW
  • Daimler
  • Honda
  • Hyundai
  • Toyota

Beteiligte Wasserstoffanbieter:

  • Air Products
  • Copenhagen Hydrogen Network
  • ITM Power
  • Linde
  • OMV

Weitere Unterzeichner:

  • Element Energy
  • PE International
  • Institute for Innovative Technology
  • European Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU)

Orte, an denen die Brennstoffzellenfahrzeuge eingesetzt werden:

  • Bozen
  • Innsbruck
  • Kopenhagen
  • London
  • München
  • Stuttgart

Standorte von HyFive-Wasserstofftankstellen:

  • Dänemark
  • Großbritannien (London)
  • Österreich

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