Gebrauchte E-Autos: Wachsender Bestand zu günstigen Preisen

Autor / Redakteur: spx/gr / Andreas Grimm

Viele Autokäufer liebäugeln mit einem Elektroauto, doch spätestens der Preis schreckt vom Kauf ab. Dabei muss Elektromobilität gar nicht teuer sein, wenn man mit einem gebrauchten E-Auto einsteigt. Vereinzelt sind Stromer sogar günstiger als ihr Verbrenner-Pendant.

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Elektroautos gibt es inzwischen vermehrt im Gebrauchtwagenhandel – manchmal sogar günstiger als das Verbrenner-Gegenstück.
Elektroautos gibt es inzwischen vermehrt im Gebrauchtwagenhandel – manchmal sogar günstiger als das Verbrenner-Gegenstück.
(Bild: Renault)

Angesichts des schleppenden Anlaufs der Elektromobilität sind gebrauchte Elektroautos im Gebrauchtwagenmarkt noch selten zu finden. Doch der Markt wächst, im Handel steht inzwischen eine nennenswerte Auswahl an E-Fahrzeugen bereit – zu günstigen Preisen und mit Garantie. Das zeigt eine Analyse der Zeitschrift „Auto Straßenverkehr“ (Ausgabe 14), die die Situation der wichtigsten Elektroautos im Gebrauchtmarkt untersucht hat.

Wer in den Online-Autobörsen nach gebrauchten Autos mit Elektroantrieb sucht, wird mittlerweile mehrere tausend Angebote finden. Weniger als zehn Prozent dieser E-Mobile aus zweiter Hand sind älter als fünf Jahre. Und selbst die Betagteren weisen in der Regel geringe Laufleistungen auf. Ebenfalls nur gut zehn Prozent haben mehr als 50.000 Kilometer auf dem Tacho. Doch selbst hohe Laufleistungen müssen angesichts der geringeren Zahl an Verschleißteilen verglichen mit konventionell getriebenen Fahrzeugen bekanntlich nicht schrecken.

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Was aber kosten die gebrauchten Stromer nun wirklich? Beim Elektro-Vorreiter Renault ist etwa ein vier Jahre altes Modell des viersitzigen Renault Zoe ab 10.000 Euro zu haben. Hinzu kommt die Miete für den Akku. Der fünfsitzige Kangoo bietet auch als E-Modell viel Platz und steht für 8.000 Euro beim Händler, hat dann aber meist eine deutlich höhere Laufleistung (rund 80.000 Kilometer). Junge Modelle liegen bei 13.000 Euro.

Auch das meistverkaufte Elektroauto der Welt, der Nissan Leaf, gehört bei der Suche nach einem E-Auto in die engere Wahl. Da gerade die neue Generation auf den Markt kommt, dürften die Preise für ältere Versionen noch einmal nachgeben. Aktuell gibt es den Leaf schon inklusive Akku für rund 13.500 Euro – und die Auswahl ist groß. Modelle mit Mietbatterie sind noch erheblich günstiger.

Apropos Batterie: Sie gilt noch immer als ein risikobehaftetes Bauteil. Bisherige Erfahrungen zeigen jedoch, dass der Akku keineswegs ein Mängel-Schwerpunkt ist. Laut den meisten Herstellern ist deren Haltbarkeit auf die Fahrzeuglebensdauer ausgelegt, wahrscheinlich dürften also 15 bis 20 Jahre möglich sein. Bislang gibt es noch kein Modell, dessen Stromspeicher sich als problemanfällig erwiesen hätte. Zelldefekte sind bislang über alle Hersteller hinweg sehr selten dokumentiert.

Ermüdungseffekt: Ein Fakt, der nicht stören muss

Über alle Hersteller hinweg ermüden jedoch die Akkus. Dieser Effekt wird vor allem von der Häufigkeit der Ladezyklen beeinflusst. Mitsubishi kalkuliert, dass bei täglichem (!) Laden ein Akku 2,5 Prozent seiner Leistung pro Jahr verliert. Insofern sollten Batterien selbst bei zehn Jahre alten Fahrzeugen noch über gut Dreiviertel ihrer Ursprungskapazität verfügen. Das schränkt die Reichweiten ein, mehr aber nicht.

Erfahrung mit den Akkus hat Mitsubishi reichlich, schließlich haben die Japaner mit dem Electric Vehicle das älteste Volumenmodell im Markt. Es ist gebraucht ab 7.000 Euro zu haben. Die Ausgangsreichweite von 150 Kilometern pro Akkuladung ist allerdings auch nicht besonders üppig. Dafür fallen keine Kosten für eine Batteriemiete an.

Wer lieber ein deutsches Elektroauto fahren will, der kann auch zu Deutschlands Marktführer greifen, zu VW und dem E-Golf. Der hat allerdings seinen Preis: Noch immer werden 20.000 Euro für ein rund vier Jahre altes Modell inklusive Batterie fällig. Günstiger ist da der E-Up, Modelle von 2014 werden derzeit für 14.000 Euro aufwärts gehandelt.

Wem das zu viel ist, der kann auf den Elektro-Smart zurückgreifen. Verblüffend: Die gebrauchten E-Smart sind nach vier Jahren mit 7.500 Euro sogar etwas günstiger als die Benziner. Die Akku-Miete von 65 Euro monatlich kommt allerdings noch dazu. Bleibt schließlich noch der i3 von BMW. Dank seiner Top-Technik und Kohlefaser-Karosserie bleibt der i3 ein teurer Spaß: Vier Jahre alte Stromer beginnen bei 21.000 Euro. Immerhin ist der Akku inklusive.

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