Besitzumschreibungen Gebrauchte Pkw und Lkw bleiben gefragte Güter

Autor: Andreas Grimm

Der zweite Lockdown hat den Gebrauchtfahrzeugmarkt zunächst nicht entscheidend eingebremst. Die Nachfrage blieb hoch, auch die Abwicklung der Geschäfte scheint funktioniert zu haben. Für das neue Jahr ist ein stabiler Geschäftsverlauf zu erwarten.

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Das Gebrauchtwagen-Nachfrage hat sich nach dem ersten Lockdown deutlich erholt. Im Gesamtjahr sank die Zahl der Besitzumschreibungen nur geringfügig.
Das Gebrauchtwagen-Nachfrage hat sich nach dem ersten Lockdown deutlich erholt. Im Gesamtjahr sank die Zahl der Besitzumschreibungen nur geringfügig.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der Gebrauchtwagenmarkt ist zum Jahreswechsel ein Stützpfeiler des Automobilhandels geblieben. Laut den Zahlen des Kraftfahrtbundesamts kletterte die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen im Dezember um 5,3 Prozent auf 526.305 Halterwechsel. Auch in mehreren anderen Fahrzeugklassen stieg die Zahl der Gebrauchtfahrzeugverkäufe teils deutlich an.

Mit dem Plus im Dezember kletterte die Gesamtzahl der Pkw-Halterwechsel im zurückliegenden Jahr auf 7,02 Millionen Einheiten. Das sind 2,4 Prozent weniger als noch im Jahr 2019. Allerdings weist das Gebrauchtwagengeschäft damit eine deutliche Erholung nach dem Lockdown auf. Nach der ersten Lockdownphase der Corona-Bekämpfung – Ende Mai – hatte die Gesamtzahl der Umschreibungen noch 16,1 Prozent hinter dem Vorjahreswert gelegen. Seit Juni ist die Entwicklung im Pkw-Segment nun positiv.

Junge Gebrauchte als Alternative in Zeiten der Lieferschwierigkeiten

Ein Grund für die schnellere Erholung des Gebrauchtwagenmarktes liegt nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) allerdings in der teilweise beschränkten Lieferfähigkeit von Neuwagen. In der Folge hätten sich viele Kaufinteressenten alternativ nach jungen Gebrauchtwagen umgesehen – und seien fündig geworden. Die Zahl der Neuzulassungen war im Gesamtjahr 2020 um 19,1 Prozent eingebrochen.

Derzeit sind die Kfz-Betriebe von der zweiten Lockdownphase betroffen. Nach wie vor ist es jedoch möglich, Fahrzeuge online zu verkaufen. Viele Händler hatten in den letzten Monaten ihre digitalen Prozesse ausgebaut und verbessert, so dass die im Dezember gezeigte Dynamik im Fahrzeughandel nicht verpufft. Für 2021 erwartet der ZDK ein Gebrauchtwagengeschäft auf dem Niveau des zurückliegenden Jahres und damit 7,0 bis 7,1 Millionen Pkw-Halterwechsel.

Boom der Nutzfahrzeug-Nachfrage

Neben den Pkw stieg auch die Nachfrage bei Nutzfahrzeugen im Dezember erneut an. Die Zahl der Lkw-Umschreibungen stieg laut dem KBA im Schlussmonat des Jahres um 11,3 Prozent im Vergleich zum Dezember 2019 auf 31.783 Einheiten. Im Gesamtjahr wechselten damit knapp 398.000 Einheiten den Halter. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Zugmaschinen. Hier stieg die Zahl der Besitzumschreibungen nach einem Dezemberplus von 13,7 Prozent im Gesamtjahr auf 133.000 Einheiten (+ 4,4 %).

Nur im sehr kleinen Bussegment machten sich der Lockdown und die Reisebeschränkungen deutlich bemerkbar: Die Zahl der Halterwechsel sank im Gesamtjahr um 11,2 Prozent auf 5.330 Einheiten.

Sehr gefragt waren dagegen die motorisierten Zweiräder. Für den Dezember weist das KBA in dieser Fahrzeugklasse 15.940 Halterwechsel aus. Das sind 33,4 Prozent mehr als im Dezember 2019. Im Gesamtjahr fanden damit 526.000 Einheiten einen neuen Halter – 10,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Eine Erklärung für die Entwicklung ist das gestiegene Bedürfnis nach individueller Mobilität in Pandemie-Zeiten. In den fünf Jahren zuvor hatte die Zahl der Kraftrad-Halterwechsel bei etwa 488.000 Einheiten stagniert.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«