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Gebrauchtwagen stabilisieren Fahrzeugmarkt

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Gebrauchtfahrzeuge sind weiterhin gefragt in Deutschland. Nach einem weiteren Zuwachs im Oktober haben die Pkw-Besitzumschreibungen fast wieder den Vorjahreswert erreicht. Die Aussichten für das Restjahr sind gut.

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Viele Autointeressenten entscheiden sich derzeit für einen Gebrauchtwagen.
Viele Autointeressenten entscheiden sich derzeit für einen Gebrauchtwagen.
(Bild: Richter)

Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt hat die Corona-Delle nach zehn Monaten fast wieder ausgeglichen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) fanden im Oktober 653.355 Pkw einen neuen Halter. Damit registrierten die Zulassungsämter 2,6 Prozent mehr Pkw-Besitzumschreibungen als im Vorjahresmonat.

Im bisherigen Jahresverlauf ist der Pkw-Gebrauchtwagenmarkt mit 5,89 Millionen Besitzumschreibungen nur noch 3,5 Prozent hinter dem Ergebnis des Vergleichszeitraums des Vorjahres zurück. Zum Vergleich: Die Zahl der Neuzulassungen liegt nach zehn Monaten 23,4 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück.

Aufschwung wegen Corona

Nach Ansicht des ZDK erhält das stark von Privatkunden geprägte Gebrauchtwagengeschäft einen Aufschwung durch die Corona-Krise: Zum einen wechseln viele günstige und ältere Gebrauchtwagen die Besitzer. Zum anderen haben die Lieferzeiten von Neuwagen dazu geführt, dass Privatkunden auf junge Gebrauchtwagen umsteigen, weil diese schnell verfügbar sind und die Kunden somit von der Mehrwertsteuer-Senkung bis Ende Dezember 2020 profitieren können.

Diese Annahme stützt auch die Entwicklung im Bereich der motorisierten Zweiräder. Die Besitzumschreibungen in dieser Fahrzeugklasse legten bis Ende Oktober um 8,1 Prozent auf gut 484.000 Einheiten zu. Im Oktober selbst betrug das Plus sogar 16,2 Prozent.

Ebenfalls einen deutlichen Nachfrageschub erlebten zudem die gebrauchten Nutzfahrzeuge. Dem KBA zufolge fanden im Oktober 36.166 Lkw einen neuen Halter. Das war ein Plus von 8,8 Prozent. Im Jahresverlauf ist dieses Segment mit 331.000 Besitzumschreibungen sogar 3,7 Prozent im Plus. Bei den Zugmaschinen fiel der Oktober-Zuwachs (+7,6 %) etwas schwächer aus, dafür ist der Zuwachs im Gesamtjahr um 4,7 Prozent auf gut 111.000 Einheiten etwas stärker ausgeprägt als bei den Lkw.

Allein das schmale Bussegment verlor im Oktober kräftig: 377 Besitzumschreibungen sind ein Minus von 32,2 Prozent. Das hat Folgen für die Gesamtstatistik, die nun deutlich rückläufig ist: 4.637 Bus-Umschreibungen sind 8,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

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