Opel: Calibra – und dann war Schluss

Einst ein lukrativer Markt

13.04.2010 | Autor: Steffen Dominsky/Peter Deuschle

Der Opel Calibra war das letzte „große“ Opel-Coupe und markiert das Ende einer langen Ära.
Der Opel Calibra war das letzte „große“ Opel-Coupe und markiert das Ende einer langen Ära.

Mit dem Ford Mustang haben die Amerikaner das Marktsegment der „Pony-Cars“ (kompakte Sportcoupés mit reichlich Leistung) entdeckt und erfolgreich erschlossen. In Deutschland hat Ford mit dem Capri diesen Modelltyp europagerecht verkleinert und ebenso erfolgreich ein neues Marktsegment eröffnet. Opel konterte mit dem Manta A, und mit etwas zeitlichem Abstand folgte VW mit dem Scirocco I. Viele dieser Fahrzeuge waren mit relativ leistungsschwachen Motoren ausgerüstet und wurden deshalb nicht wirklich als echte Sportwagen akzeptiert. Ein Ford Capri I mit dem 1.300-cm³-V4-Motor wurde auf der linken Autobahnspur einfach nur belächelt, ähnlich erging es Manta und Scirocco in den leistungsschwachen Ausführungen.

Im zweiten Schritt rüsteteten die Hersteller diese Fahrzeugmodelle daher auf. So wurde aus dem Opel Manta A der Manta B inklusive leistungsstarker 400er-Serie von Irmscher, aus dem VW Scirocco I der Scirocco II inklusive einem 16V-Antrieb. Anders als bei Ford – der Capri entfiel ersatzlos – blieben die Nachfolger bei Opel (Calibra) und VW (Corrado) weiterhin eigenständige Modellreihen.

Dieser erfuhren seitens ihrer Hersteller im Laufe der Jahre eine bemerkenswerte technische Aufrüstung:

  • Vierradantrieb und Aufladung per Abgasturbolader beim Calibra
  • Aufladung per mechanischem G-Lader beim Corrado

Und in der letzten Evolutionsstufe bekamen beide Modelle leistungsstarke und kultivierte Sechs-Zylinder-Motoren – der Corrado insbesondere deshalb, weil sich der G-60-Motor als nicht immer standfest erwiesen hatte. Der wirtschaftliche Erfolg von Capri, Manta und Scirocco steht außer Frage – mit diesen Modellen haben die Hersteller gutes Geld verdient.

Die Situation beim Calibra

Vom Manta A und B wurden in rund 18 Jahren insgesamt 1.056.436 Einheiten produziert, vom Calibra dagegen von 1990 bis 1997 nur 239.639 Einheiten. Der Manta A ist heute ein anerkannter Oldtimer – der Manta B zumindest ein echtes Kultfahrzeug.

Bei rund 240.000 Einheiten in sieben Jahren kann man eigentlich nicht von einem Misserfolg reden – für einen Großserienhersteller wie Opel, welcher zuvor in rund zweieinhalbfacher Zeit mehr als die vierfache Menge des Vorgängers Manta A und B produziert hat, war dem Calibra jedoch kein herausragender Erfolg beschieden.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Die „Sportcoupés“ kamen in den neunziger Jahren etwas aus der Mode, gleichzeitig wurden zunehmend mehr Wettbewerber in diesem Segment aktiv und erfolgreich.
  • Das Interesse der Neuwagenkäufer verlagerte sich vom Sportcoupé zum Cabriolet.
  • Die bekannten Qualitätsprobleme des Hauses Opel in den neunziger Jahren sorgten zusätzlich für die Verringerung von Marktanteilen.

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