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Gebrauchtwagenmarkt entspannt sich im Juli leicht

Autor: Andreas Grimm

Dieselkrise und Neuwagenprämien erschweren derzeit den Gebrauchtwagenverkauf. Dennoch ist die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen zuletzt leicht gestiegen. Eine langfristige Trendwende ist trotzdem wenig wahrscheinlich.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der positive Trend auf dem Kfz-Markt hat im Juli das Gebrauchtwagengeschäft etwas belebt. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts stieg die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen im vergangenen Monat um 1,1 Prozent. 624.121 Autos wechselten damit den Halter. Allerdings hatte der Monat auch einen Arbeitstag mehr als der Vorjahresmonat. Der Neuwagenmarkt war sogar um 12,3 Prozent gestiegen.

Auf Jahressicht ist der Pkw-Gebrauchtwagenmarkt weiterhin unter Druck. Seit Jahresstart wurden 4,26 Millionen Autos umgeschrieben, das sind 1,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In diese Zahlen spielt sicherlich die Dieselkrise mit einem großen Bestand an schwer verkäuflichen Autos hinein. „Der Handel wird gebrauchte Diesel kaum los, hat mit langen Standzeiten zu kämpfen und muss hohe Verluste bei Leasing-Rückläufern verkraften“, erinnerte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski an die angespannte Situation.

Er forderte erneut die Politik zu einer klaren Entscheidung für eine Hardware-Nachrüstung auf. So lange an dieser Ecke nichts passiert, werden die Diesel Langsteher bleiben, die Kunden im Zweifel lieber auf einen neuen Euro-6-Diesel zurückgreifen. Dieser Schritt zum Neuwagen ist zudem vielen Privatkunden zuletzt durch die Dieselprämien der Hersteller mit hohen Nachlässen erleichtert worden. „Die Diesel-Umstiegsprämien haben in großem Umfang zu vorgezogenen Neuwagenkäufen geführt“, analysiert Peter Fuß von der Wirtschaftsberatung EY.

Deutlich stärker im Aufwind ist die Gebrauchtfahrzeug-Nachfrage in den anderen Segmenten. Insbesondere die schon das ganze Jahr über boomenden schweren Nutzfahrzeuge legten erneut kräftig zu. So stiegen die Lkw-Umschreibungen um 6,3 Prozent auf 29.667 Einheiten. Die Zugmaschinen legten um 4,7 Prozent auf 10.902 Umschreibungen zu. Und Omnibusse waren immerhin noch 0,5 Prozent häufiger gefragt als im Vorjahresmonat, allerdings bei geringen Stückzahlen (374 Einheiten).

Positiv war auch die Entwicklung im Kraftrad-Sektor. Hier fanden sich 57.265 Käufer gebrauchter motorisierter Zweiräder, ein Plus von 7,9 Prozent. Das sticht insofern hervor, als dieses Segment seit Jahresstart tendenziell rückläufig ist. Auch inklusive der Juli-Zahlen ist dieser Teilmarkt noch 1,8 Prozent im Minus.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«