Bilanz 2021 Gebrauchtwagenmarkt fällt im zweiten Halbjahr deutlich zurück

Von Andreas Grimm

Ein durchwachsenes Gebrauchtwagenjahr ist mit einem deutlichen Rückgang der Besitzumschreibungen zu Ende gegangen. Für den Jahresstart ist keine Besserung in Sicht, die Jahresprognose bleibt trist.

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Der Gebrauchtwagenmarkt war 2021 in der Gesamtbilanz deutlich rückläufig.
Der Gebrauchtwagenmarkt war 2021 in der Gesamtbilanz deutlich rückläufig.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Im Gefolge der Corona- und Halbleiterverwerfungen des letzten Jahres hat sich der Gebrauchtwagenmarkt in den vergangenen zwölf Monaten deutlich rückläufig entwickelt. Wie aus einer Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht, fanden 2021 nur noch 6,7 Millionen Fahrzeuge einen neuen Halter. Das waren 4,5 Prozent weniger als im bereits unterdurchschnittlichen Jahr 2020.

Zu dem Rückgang beigetragen, wenn auch nicht mehr entscheidend, hat der Dezember. Für den Schlussmonat ermittelte das KBA 471.184 Pkw-Besitzumschreibungen. Das waren 10,5 Prozent weniger als im Dezember 2020. Im November hatte der Rückgang ein ähnliches Niveau erreicht, besonders stark war das Minus im Oktober ausgefallen (-16,3 %). Entscheidend ist weiterhin, dass für eine kaufinteressierte Kundschaft schlicht die Ware fehlt.

Vor der Corona-Krise, in den Jahren 2015 bis 2019 hatten regelmäßig zwischen 7,2 und 7,4 Millionen Pkw einen neuen Besitzer gefunden. Zu dieser Größenordnung wird der Markt nach Einschätzung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zunächst aber nicht zurückfinden. Das Gebrauchtwagengeschäft werde sich 2022 nur langsam und erst nach Auflösung des Bestellstaus an Neufahrzeugen ab Mitte des Jahres wieder normalisieren. Der Verband rechnet daher für das laufende Jahr auch mit nur 6,8 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen.

Eingesetzt hatte die rückläufige Entwicklung zur Jahresmitte 2021. Im Juli war die Zahl der Pkw-Umschreibungen um 17,1 Prozent gefallen, da aufgrund des fehlenden Neuwagen-Nachschubs weniger Gebrauchte abgegeben wurden. Dagegen blieb die Lage bei gebrauchten Nutzfahrzeugen zunächst noch entspannt, die Zahl der Halterwechsel bei Lastkraftwagen stieg noch bis in den August.

Seither hat die Chipkrise aber auch dieses Marktsegment im Griff, der Nachschub an Neufahrzeugen stockt inzwischen. Im Dezember sanken die Lkw-Umschreibungen um 3,6 Prozent auf 30.637 Einheiten, während es bei den Zugmaschinen (+3,1 %) und insbesondere bei den Bussen (+53,1 %) wieder aufwärts ging.

Auf Jahressicht ist die Zahl der Nutzfahrzeug-Umschreibungen in allen Fahrzeugklassen aber noch im Plus. Das KBA registrierte für das vergangene Jahr 414.448 Lkw-Umschreibungen (+4,2 ), 140.308 Halterwechsel bei Zugmaschinen (+5,5 %) sowie die Übereignung von 5.433 Bussen (+1,9 %). Etwas rückläufig war dagegen die Nachfrage bei gebrauchten Krafträdern (510.582 Umschreibungen / -2,9 %).

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