Gebrauchtwagenmarkt normalisiert sich nach starkem Juni

Autor: Andreas Grimm

Mit der neuen Normalisierung des öffentlichen Lebens bessert sich die Lage des Gebrauchtwagenmarkts. Im Juni stieg die Zahl der Besitzumschreibungen deutlich an. In manchen Bereichen herrscht schon fast Vor-Corona-Normalität.

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(Bild: Achter)

Der Pkw-Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland ist im ersten Halbjahr deutlich eingebrochen, allerdings deutlich weniger stark als das Neuwagengeschäft. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) fanden von Januar bis Juni fast exakt 3,2 Millionen Pkw einen neuen Halter. Das waren 11,4 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres – ein wohl beispielloser Rückgang. Im Jahr der Finanzkrise 2009 betrug der Rückgang im ersten Halbjahr gerade mal 1,3 Prozent.

Zuletzt hat sich der Pkw-Gebrauchtwagenmarkt laut dem Zentralverband Deutsches Kraftrfahrzeuggewerbe (ZDK) allerdings „wieder etwa aufgehellt“. Im Juni wurden 638.463 Besitzumschreibungen gezählt. Das war ein Anstieg im Vergleich zum Juni 2019 um 14,1 Prozent. Hinter dem starken Plus verbergen sich aber auch statistische Faktoren. So hatte der zurückliegende Monat zwei Arbeitstage mehr als der Vergleichsmonat. Dazu kommen Nachholeffekte aus der Zeit des Lockdowns beziehungsweise die besseren Umschreibemöglichkeiten, da sich die Lage der Zulassungsstellen wieder normalisiert.

Dieser Effekt macht auch im Gebrauchtwagengeschäft der anderen Fahrzeugklassen bemerkbar. Die Umschreibungen der Lkw und Zugmaschinen legten im Juni kräftig zu. Den KBA-Angaben zufolge fanden im vergangenen Monat 36.074 Lastkraftwagen einen neuen Halter. Das waren 29,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Mit diesem Sprung nach oben ist der Markt für gebrauchte Lkw auf einen Schlag fast wieder auf Vorjahresniveau. Knapp 190.000 Halterwechsel sind nur noch 0,6 Prozent weniger als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Die Zahl der Umschreibungen von Zugmaschinen aller Art liegt mit 65.000 Einheiten exakt auf Vorjahresniveau. Darunter sind auch 8250 Sattelzugmaschinen (-3,7 %). Deutliche Rückgänge verzeichnet dagegen die Klasse der Omnibusse. Für sie zählte das KBA im ersten Halbjahr 2.716 Halterwechsel, ein Rückgang um 7,1 Prozent. Angesichts des zeitweilig fast komplett zum Stillstand gekommenen Personen-Beförderungsgeschäfts ist das wenig verwunderlich.

Auch gebrauchte Krafträder waren im ersten Halbjahr mehr gefragt als im Vorjahreszeitraum. 276.034 Besitzumschreibungen sind ein Plus von 1,7 Prozent.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«