Bestands- und Preisanalyse Gebrauchtwagenpreise sinken leicht

Von Silvia Lulei

Die Verbraucher machen die hohen Preise für Gebrauchtwagen nicht mehr mit. Das zwingt den Handel zu einer Kurskorrektur. Erstmals seit vielen Monaten sind die Preise für Autos aus Vorbesitz leicht zurückgegangen, wie eine Analyse von Gebrauchtwagencoach und Cardetektiv zeigt.

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Hohe Preise, teurer Kraftstoff: Das machen die Verbraucher offenbar nicht mehr mit. So mancher Händler senkt erstmals seit Monaten die Preise für Gebrauchtwagen.
Hohe Preise, teurer Kraftstoff: Das machen die Verbraucher offenbar nicht mehr mit. So mancher Händler senkt erstmals seit Monaten die Preise für Gebrauchtwagen.
(Bild: Pexels)

Das erste Mal seit vielen Monaten sinken die Angebotspreise für Gebrauchtwagen. Zaghaft zwar, aber für den Gebrauchtwagenhandel bedeutet dies, aufmerksam zu sein. In ihrem 14-tägig erscheinenden Frühwarnsystem haben Gebrauchtwagencoach Patrick Heun und Stefan Mellmann von Cardetektiv wieder Bestände und Preise analysiert und festgestellt, dass viele Händler eine Kehrtwende einzuläuten scheinen: Seit im Oktober/November 2021 die Gebrauchtwagenbestände rapide abgenommen haben, sind die Preise für Fahrzeuge aus Vorbesitz kontinuierlich nach oben geklettert.

Die Halterwechsel gehen seit Monaten zurück. Das liegt jedoch nicht nur an der mangelnden Verfügbarkeit von Fahrzeugen, sondern auch daran, dass die Verbraucher diesen Preistrend nicht mehr mitmachen. Aus Gesprächen mit Händlern bestätigt die Redaktion »Gebrauchtwagen Praxis«, dass die hohen Angebotspreise für Gebrauchtwagen in Kombination mit den gestiegenen Kraftstoffpreisen eher abschreckend zu wirken scheinen. Viele bleiben lieber bei ihrem alten Auto, als zu viel Geld für einen neuen Wagen zu bezahlen.

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Der Frühwarnradar von Gebrauchtwagencoach und Cardetektiv ist Ende April das erste Mal in diese Richtung ausgeschlagen – und es bleibt abzuwarten, ob daraus ein Trend wird. Allerdings weist Patrick Heun schon seit Monaten darauf hin, den Markt aufmerksam zu beobachten und den Punkt, an dem das Gefüge von Bestand, Preis und Nachfrage kippt, nicht zu verpassen. Denn angesichts der deutlich gestiegenen Ankaufspreise könnte schnell der erwartete Ertrag abschmelzen, wenn sich die Parameter im Gebrauchtwagengeschäft verschieben.

Gebrauchtwagencoach und Cardetektiv analysieren alle zwei Wochen, wie viele Fahrzeuge einer Marke in den Fahrzeugbörsen angeboten werden und zu welchen Preisen. Darüber hinaus werden die durchschnittlichen Standtage untersucht. Seit März 2022 stellen Patrick Heun und Stefan Mellmann die Auswertung kostenfrei zur Verfügung, weil sie dem Handel ein Werkzeug für die tägliche Praxis an die Hand geben wollen.

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