Kooperation Geely und Volvo rücken näher zusammen

Autor: Julia Mauritz

Eine Fusion ist vom Tisch. Die beiden Autokonzerne haben sich stattdessen für eine vertiefte Kooperation entschieden: Künftig teilen sie sich nicht nur die modulare Architektur für Elektroautos.

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Die Elektrifizierung ist einer der Kernpunkte der Kooperation.
Die Elektrifizierung ist einer der Kernpunkte der Kooperation.
(Bild: Volvo)

Vor zehn Jahren hatte Geely Volvo übernommen. Seitdem waren beide Autokonzerne schrittweise immer enger aneinander gerückt, eine Fusion stand im Raum. Jetzt ist es doch anders gekommen: Volvo Cars und Geely Auto bleiben strukturell klar getrennte Gesellschaften. Dafür vertiefen sie ihre Partnerschaft. Deren erklärtes Ziel ist es, das Wachstum der beiden Automobilkonzerne zu beschleunigen und Synergien besser zu nutzen.

Die vertiefte Kooperation tangiert sämtliche Bereiche, die die beiden Konzerne als zentrale Kernthemen für die Mobilität der Zukunft werten: Antriebstechnik, skalierbare Architekturen von Elektrofahrzeugen, Elektromotoren, Batterien, das autonome Fahren, Konnektivitätslösungen und Mobilitätsdienstleistungen.

Konkret geplant ist, eine neues eigenständiges Unternehmen für die Antriebstechnik zu gründen. Es soll bis zum Jahresende 2021 den Betrieb aufnehmen und die kommenden Generationen von Hybridmodellen, Plug-in-Hybridmodellen und Verbrennungsmotoren sowie Getrieben entwickeln. Außerdem soll es neben den Marken des eigenen Konzernverbunds als Zulieferer für andere Automobilhersteller fungieren. Volvo wird sich künftig rein auf die Weiterentwicklung der modulare EV-Architekturen konzentrieren, die dann auch von Geely, Lynk & Co sowie Polestar genutzt werden sollen. Das soll die Effizienz steigern und es ermöglichen, neue Modelle schneller als bisher zu entwickeln.

Vorantreiben wollen beide Unternehmen durch die nun beschlossene, engere Kooperation auch das autonome Fahren: Unter der Leitung von Zenseact, dem Software-Entwicklungsunternehmen von Volvo, wollen die beiden Partner gemeinsam eine „weltweit führende“ Lösung für das autonome Fahren entwickeln.

Neben der Technologie spielt die Kostensenkung eine zentrale Rolle bei der Kooperation: Durch die gemeinsame Beschaffung wollen beide Autokonzerne ihre Einkaufskosten drastisch senken.

Als Nutznießer der Kooperation nannten Ein Conghui, Präsident und CEO von Geely Auto, und Håkan Samuelsson, Präsident und CEO von Volvo Cars, konkret auch die Marke Lynk & Co, die im April ihr Debüt in Europa feiert. Sie profitiere vom etablierten Servicenetz von Volvo.

Håkan Samuelsson begrüßt die intensivere Zusammenarbeit mit Geely Auto: „Nachdem wir verschiedene Optionen zur Wertschöpfung bewertet hatten, sind wir gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass ein Kooperationsmodell zwischen zwei eigenständigen Unternehmen der beste Weg ist, um ein kontinuierliches Wachstum sicherzustellen und technologische Synergien in den unterschiedlichsten Bereichen ideal zu nutzen.“

An Conghui, Präsident und CEO von Geely Auto, sieht die Kooperation ebenfalls als idealen Weg. Geely könne auf diesem Weg seine globale Expansion beschleunigen und seine Position im Bereich der alternativen Antriebe stärken.

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Stv. Ressortleiterin