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Geely will traditionelle Autoindustrie aufrütteln

| Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

Vor dem Start der „Auto China 2020“ hat der chinesische Autobauer Geely mit seiner Tochter Lynk&Co ein Elektro-Konzeptauto mit beeindruckender Reichweite vorgestellt. Der Konzern will die Architektur des Fahrzeugs auch weiterverkaufen. Gespräche mit anderen internationalen Autofirmen liefen bereits, teilte das Unternehmen mit.

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Vor Beginn der internationalen Automesse am Samstag in Peking stellte die Geely-Tochter Lynk&Co ihr neues Konzeptauto „Zero Concept“ mit 700 Kilometern Reichweite vor.
Vor Beginn der internationalen Automesse am Samstag in Peking stellte die Geely-Tochter Lynk&Co ihr neues Konzeptauto „Zero Concept“ mit 700 Kilometern Reichweite vor.
(Bild: Geely)

Der chinesische Autobauer Geely will seine neue Architektur für Elektroautos auch anderen Herstellern anbieten. Der Konzern, dem auch Volvo gehört, stellte die Technologie vor Beginn der internationalen Automesse am Samstag in Peking mit einem neuen Konzeptauto „Zero Concept“ seiner Tochter Lynk&Co vor. Es habe eine Reichweite von 700 Kilometern und soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Gespräche mit anderen internationalen Autofirmen liefen, teilte das Unternehmen mit, dem als größter Anteilseigner fast zehn Prozent des deutschen Automobilkonzerns Daimler gehören.

Bei der Architektur handelt es sich nicht nur um die Plattform, sondern auch um die Batterie, Software und Konnektivität, mit der andere Autobauer eigene Modelle bauen können. Gründer Li Shufu sagte, die Entwicklung der E-Auto-Architektur sei "der größte Sprung vorwärts für Geely in mehr als einem Jahrzehnt". Die Innovation werde Volumen und Skalierbarkeit von Elektrofahrzeugen deutlich ausweiten. Geely wolle die Vorteile auch anderen anbieten, da die Industrie gemeinsame Interessen im Kampf gegen den Klimawandel habe.

Geely tritt in Konkurrenz zum VW-Konzern

Mit der Architektur tritt Geely auch in Konkurrenz zum Volkswagen-Konzern, der seinen Elektrobaukasten MEB ebenfalls anderen Herstellern anbietet und mit dem US-Konzern Ford auch bereits einen ersten Nutzer an der Hand hat.

Die sogenannte Sea-Architektur (Sustainable Experience Architecture) soll über das ganze Portfolio von Geely mit neun Marken eingesetzt werden. Geely habe über vier Jahre 18 Milliarden Yuan, umgerechnet 2,2 Milliarden Euro, in die Entwicklung gesteckt, berichtete die Finanzagentur Bloomberg. Ein Firmensprecher sagte, das Unternehmen wolle sich damit zum „Mobilitätsdienste-Anbieter“ entwickeln und die traditionelle Autoindustrie aufrütteln.

Technologie aus mehreren Forschungszentren

Die Technologie sei in den Forschungszentren in China, Schweden, Deutschland und dem Vereinigten Königreich entwickelt worden. Kurzfristig dürften mehrere hunderttausend Fahrzeuge damit in China produziert werden. Langfristig solle die Zahl „erheblich gesteigert“ werden, sagte der Sprecher vor der Messe, die am Samstag die Pforten öffnet. Die „Auto China 2020“ in Peking ist die erste große internationale Automesse seit mehr als einem halben Jahr.

Die Ausstellung, die zu den größten der Branche zählt, war im Frühjahr zunächst wegen der Pandemie verschoben worden. Da China seit Wochen kaum noch lokale Infektionen hat, kann die Messe nachgeholt werden.

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