Gefahren: Alpine A110 – zurück in die Zukunft

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Die Alpine ist auch mit 252 PS eine Fahrspaßmaschine wie sie im Buche steht. Handlich, direkt, leichtfüßig, aber nicht erkauft mit übertriebener Härte. Im Gegenteil, eben weil der Wagen so wenig Gewicht auf die Waage bringt, konnten die Entwickler auch die Federung weicher abstimmen. Äußerst präzise lässt sich die Alpine einlenken, folgt der Biegung stoisch und drückt sich am Ausgang der Kurve wunderbar mit dem Heck ab. Eine leere Landstraßen gerät so zum bevorzugten Revier des nur 4,18 Meter kurzen Coupés.

Die sieben Gänge, geschaltet ausschließlich über Aluminium-Wippen an der Lenksäule (ein Hebel auf der Mittelkonsole gibt es nicht), wechseln im Bruchteil einer Sekunde. Das kleine Lederlenkrad liegt griffig in der Hand, die Insassen umschießen perfekt ausgeformte Schalensitze. Sportfahrerherz, was willst Du mehr?

Alpine A110: Zurück in die Zukunft
Bildergalerie mit 12 Bildern

Sogar einen Fahrmodus-Schalter gibt es. Gewählt werden kann zwischen Normal, Sport und Race. Richtung Sport stellt die Elektronik dann alles ein bisschen schärfer. Die Anzeigen im Display ändern sich, die Gänge drehen länger aus, das Gaspedal reagiert spontaner, das ESP lässt ein wenig Drift zu und aus dem Auspuff entweicht etwas mehr Lärm, den der „Alpinist“ sicher als Ohrenschmaus empfindet.

Zugutehalten muss man den Ingenieuren: Es gibt keinen künstlichen Soundverstärker, wie es bisweilen andere Hersteller machen. Die Alpine klingt ehrlich nach Vierzylinder. Der Motor ist präsent, erreicht aber keinen Pegel, dass es nervt. Selbst eine längere Tour gerät nicht zur Tortur. Einzige Einschränkung könnte allenfalls die Gepäckkapazität sein. Bedingt durch die Mittelmotor-Konzeption gibt es zwei Kofferräume. Vorne passen 100 Liter, hinten 96 Liter hinein. Für zwei bis drei Reisetaschen reicht das allemal.

Hergestellt wird die Alpine A110 wie früher im französischen Dieppe. Im nächsten September soll die Produktion der „Premiére Édition“ abgeschlossen sein. Dann beginnt der Bau der normalen Modelle. Sie haben etwas weniger Ausstattung, keine Schalensitze, andere Räder und werden rund 55.000 Euro kosten. Wer vor seiner Bestellung eine Probefahrt machen möchte, braucht allerdings Geduld und muss unter Umständen längere Wege in Kauf nehmen. Über Deutschland verteilen sich gerade einmal 13 Showrooms, in denen eine Alpine A110 steht.

(ID:45058451)