Gefahren: BMW 7er – Angriff in der Oberklasse

Autor: Andreas Wehner

BMWs neues Flaggschiff lenkt selbstständig, kann alleine einparken und macht dem Fahrer auch sonst das Leben so leicht wie möglich. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Fahrspaß zu kurz kommt.

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Der neue 7er startet zu Preisen ab 81.900 Euro.
Der neue 7er startet zu Preisen ab 81.900 Euro.
(Foto: BMW)

In der Oberklasse ist die Mercedes-S-Klasse das Maß aller Dinge. Die Stuttgarter halten die Konkurrenz seit Jahren auf Abstand. Mit der neuen Generation des 7er will BMW wieder ein Stück näher an den Marktführer heranrücken. Dazu haben die Entwickler dem neuen Flaggschiff das eine oder andere Alleinstellungsmerkmal spendiert.

„Jede Generation des 7er hatte mehr Kunden als der Vorgänger. Diese Tradition wollen wir beibehalten“, sagte BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner bei der Vorstellung des Modells im portugiesischen Lamego. Von der aktuellen Modellgeneration hat BMW 371.000 Stück verkauft. Naturgemäß ist der 7er aber wie auch die Topmodelle der Konkurrenz vor allem ein Schaustück des technologischen Fortschritts. Was BMW an serienreifen Technologien zu bieten hat, steckt in diesem Auto.

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„Carbon Core“ nennt BMW eine der interessantesten Neuerungen, die man auf den ersten Blick nicht sehen kann. Erstmals wurde beim 7er in einem Großserienfahrzeug kohlefaserverstärkter Kunststoff (CFK) für Karosserie-Strukturteile eingesetzt – im Verbund mit Stahl und Aluminium. Das sorgt letztlich mit dafür, dass der neue 7er im Vergleich zum Vorgänger 130 Kilogramm leichter ist. Ebenfalls erstmals in einem Großserienfahrzeug: Optional können die serienmäßigen LED-Scheinwerfer durch einen Laser ersetzt werden. Das erhöht die Leuchtreichweite von 300 auf 600 Meter.

Der 7er ist aber auch voll mit Assistenten und Komforttechnik – vor allem wenn man ihn mit Zusatzfeatures aus der 88-seitigen Preisliste ausstattet. Wer also als Kunde das nötige Kleingeld besitzt, um sich bei der Bestellung in der Optionsliste auszutoben, braucht zunächst eine fachkundige Einweisung beim Händler, die vermutlich ein paar Stunden in Anspruch nimmt – oder genügend Zeit und Muße, um sich im Selbststudium durch die Bedienungsanleitung zu wühlen.

Display-Schlüssel – auch zum Parken

Was zunächst auffällt: Der Schlüssel ist riesig. Natürlich kann man mit ihm einfach ganz profan das Auto öffnen. Er kann aber noch viel mehr. Er verfügt über ein 2,2 Zoll großes Touchscreen-Display, das verschiedene Fahrzeugdaten anzeigt, wie die Füllmenge des Tanks und die aktuelle Reichweite, den Verriegelungsstatus des Fahrzeugs oder Servicehinweise. Zudem braucht man ihn zum ferngesteuerten Parken.

Diese Feature, das es ebenfalls erstmals in ein Serienautomobil geschafft hat, klingt ein bisschen nach James Bond. Wer allerdings dabei im Kopf hat, wie Pierce Brosnan in „Der Morgen stirbt nie“ seinen BMW per Fernbedienung durch das Parkhaus jagt, wird enttäuscht sein. Die Realität ist deutlich unspektakulärer. Das ferngesteuerte Parken ist für enge Parklücken und Garagen gedacht, in denen der Fahrer nicht oder nur mit Mühe aussteigen kann.

Das Fahrzeug muss zunächst mittig und gerade vor der Parklücke positioniert werden und kann dann von außen mithilfe des Display-Schlüssels hineinbugsiert werden. Der 7er kann also nur vorwärts hinein und rückwärts wieder hinaus fahren – und zwar geradeaus und bis zu zehn Meter weit. Das Fahrzeug übernimmt lediglich kleinere Lenkkorrekturen, erkennt Hindernisse und das Ende der Parklücke. Diese muss mindestens 2,80 Meter breit sein.

Wer beim Einparken sitzenbleiben möchte, kann sich dabei auch unterstützen lassen. Der 7er parkt auf Wunsch selbstständig längs und quer ein, bietet aber auch Kameraunterstützung für diejenigen, die das selbst erledigen wollen. Das „Surround View“-System verfügt dabei nicht nur über eine Vogelperspektive, sondern zeigt das Auto beim Rangieren in einer 3D-Ansicht aus verschiedenen Blickwinkeln, die der Fahrer selbst auswählen kann.

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Redakteur Newsdesk Automotive