Gefahren: BMW 7er – Angriff in der Oberklasse

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Auch auf längeren Strecken unterstützt der 7er den Fahrer. Der Lenk- und Spurführungsassistent – per Knopfdruck aktiviert – orientiert sich entweder am vorausfahrenden Fahrzeug oder an der Fahrbahnbegrenzung und lenkt dann auf der Autobahn und in weiteren Kurven selbstständig. Die Hände muss man allerdings am Lenkrad lassen. In Verbindung mit dem Abstandstempomaten bietet das System maximale Entlastung für den Fahrer. Letzterer greift auch auf Daten aus der Verkehrszeichenerkennung zurück und bietet bei einem Tempolimit automatisch die richtige Geschwindigkeit an, die dann nur noch per Knopfdruck bestätigt werden muss.

Trotz dieser Assistenten kann man mit dem 7er auch einfach nur fahren. Und das macht durchaus Spaß. Im Test fuhren wir zunächst den 730d, dessen 265 PS starker Diesel mit 620 Nm Drehmoment schon ordentlich Dampf macht. In 6,1 Sekunden schafft es der Selbstzünder von null auf 100 km/h. Der Normverbrauch liegt dabei bei niedrigen 4,5 Litern auf 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 119 g/km).

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Der anschließend getestete 750iL xDrive macht noch einen Ticken mehr Spaß. Kein Wunder: 450 PS und 650 Nm Drehmoment sprechen eine deutliche Sprache. Hinzu kommt, dass man den Benziner beim Gas geben auch akustisch wahrnimmt – dezent zwar, aber doch deutlich. Der 750er erreicht die Marke von 100 Stundenkilometern in 4,4 Sekunden und genehmigt sich laut Datenblatt 8,5 Liter Sprit für eine Strecke von 100 Kilometern.

Die Lenkung ist für eine Limousine dieser Größe fast unerwartet direkt. Mühelos lässt sich auch die Langversion des 7er durch schmale Straßen und enge Kurven steuern – der Integral-Aktivlenkung sei Dank. Sie lässt die Hinterräder mitlenken und bewegt diese je nach Fahrsituation entweder parallel oder entgegengesetzt zu den Vorderrädern.

Die serienmäßige Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung macht ihre Sache gut und entschärft Unebenheiten auf der Fahrbahn vorbildlich. Auf Wunsch reduzieren elektromechanisch angetriebene Stabilisatoren die Wankbewegungen bei flotter Kurvenfahrt. Ob Autobahn, kurvige Gebirgsstraße oder Kopfsteinpflaster: Der 7er meistert alle Situationen souverän.

Erstmals mit Gestensteuerung

Zu einem guten Gefühl tragen die weichen Ledersessel bei, die im Wohnzimmer fast nicht bequemer sein können. Das Ambiente ist erwartungsgemäß edel, die Mittelkonsole krönt ein je nach Ausstattung bis zu 8,8 Zoll großes Zentraldisplay, das erstmals im 7er auch über eine Touchscreen-Funktion verfügt. Zur Steuerung hat man zudem die Auswahl, wie schon beim Vorgänger den I-Drive-Controller zu benutzen, oder ausgewählte Funktionen durch Gesten zu steuern – ebenfalls eine Weltpremiere. Dazu muss man im Bereich vor der Mittelkonsole beispielsweise den Zeigefinger kreisen lassen, um die Lautstärke zu verändern. Mit einer Wischgeste kann man Anrufe annehmen oder ablehnen. Insgesamt sechs Gesten versteht das System derzeit – eine davon ist mit einer beliebigen Funktion belegbar.

Entspannung auf der Rückbank

Wer nicht selbst fahren möchte, kann es sich in der „Executive Lounge“ auf der Rückbank bequem machen, die für die Langversion optional verfügbar ist. Auf Knopfdruck gleitet der Beifahrersitz nach vorn, eine Fußstütze fährt aus und der klimatisierte Komfortsitz mit Massagefunktion neigt sich nach hinten. So lässt es sich entspannen. Mit einem herausnehmbaren Sieben-Zoll-Tablet lassen sich die hinten verfügbaren Infotainment- und Komfortfunktionen steuern. Es kann aber auch einfach zum Surfen im Internet benutzt werden – ein Wlan-Hotspot ist vorhanden.

All das hat natürlich seinen Preis. Das günstigste Modell ist der 730d mit einem Grundpreis von 81.900 Euro. Der 750Li XDrive steht mit 112.700 Euro in der Preisliste. Aufgrund der unzähligen Zusatzoptionen ist dabei jedoch noch deutlich Luft nach oben.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur Newsdesk Automotive