Gefahren: BMW M6 Gran Coupé

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Die M-Familie von BMW hat ein neues Flaggschiff: Das M6 Gran Coupé ist zwar weder das teuerste noch das stärkste Hochleistungsmodell der Münchner – dafür aber mit Abstand das luxuriöseste.

Das BMW M6 Gran Coupé ist das luxuriöseste M-Automobil.
Das BMW M6 Gran Coupé ist das luxuriöseste M-Automobil.
(Foto: BMW)

Die schlechte Nachricht: Einen BMW M7 wird es auch in Zukunft nicht geben. Die gute: Aus München gibt es ab sofort eine Alternative. Das BMW M6 Gran Coupé bietet ein vergleichbares Komfort- und Prestige-Niveau, garniert das Ganze aber auch mit einem großen Schlag Sportlichkeit. Zu Preisen ab 128.800 Euro steht das viertürige Coupé ab Mai beim Händler.

„Das M6 Gran Coupé bietet Luxus wie kein M-Automobil zuvor“, diagnostiziert BMW-Chefentwickler Herbert Diess. Was er meint, wird spätestens beim Einstieg in den 5,01 Meter langen Fünftürer klar. Wer in dem von Leder und Karbon dominierten Cockpit mit der typisch zum Fahrer ausgerichteten Mittelkonsole Platz nimmt, fühlt sich eher wie in einer Luxuslimousine als wie im Sportwagen. Und das ist zwar kein komplettes, aber auch kein falsches Urteil, wie sich auf den ersten Kilometern vorsichtiger Fahrt zeigt.

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Mit souveränem Zug aus dem Drehzahlkeller setzt sich der immerhin zwei Tonnen schwere M6 fast schon sanft, aber nachhaltig in Bewegung. Der lange Radstand und das adaptive Fahrwerk bügeln Fahrbahnunebenheiten ordentlich weg, lange bevor sie an der Wirbelsäule des Fahrers ankommen. Nur das sonore Brummen des Achtzylinders lässt hier ahnen, dass der M6 noch mehr kann als luxuriöses Gleiten.

Denn kaum wird das Gaspedal erstmals ernsthaft gedrückt, erwacht der 4,4 Liter große Biturbo-V8 unter der Haube brüllend zum Leben. Der Fahrer erhält einen kräftigen Tritt in den Rücken und der M6 katapultiert sich in Richtung Horizont. Nach gerade einmal 4,2 Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Standardmäßig ist der Vortrieb bei 250 km/h abgeregelt, optional kann die elektronische Sperre abgeschaltet werden. Dann sind 305 km/h möglich.

Der Motor ist in der Tat eine Wucht. Seine 412 kW/560 PS und vor allem das Drehmoment von 680 Nm lassen einen das immense Gewicht des Gran Coupé fast vergessen. Schon kurz nach dem Anfahren steht der maximale Durchzug bereit, bis knapp über über 5.000 Touren lässt er nicht nach. Die beiden Turbos sorgen dabei für eine gleichmäßige Kraftentfaltung und spontanes Ansprechverhalten.

Wenn das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe den Beschleunigungswunsch in einen niedrigeren Gang übersetzt hat, fühlte man als Fahrer fast eine Seelen- oder zumindest Gedankenverwandtschaft zu dem Boliden. Unterstützt wird das noch von der sehr präzisen Lenkung und dem fokussiert-straffen Fahrwerk, das trotz der Behandlung durch die M-Abteilung ohne übertriebene Härte auskommt.

Das M6 Gran Coupé kombiniert Sportlichkeit und Luxus treffender als jedes andere aktuelle M-Modell. Dazu passt, dass sich das Flaggschiff auch optisch eher zurückhaltend gibt – soweit das bei einer derart dynamisch gestalteten Fünfmeter-Limousine überhaupt möglich ist. Die Zugaben zum Standardmodell sind allerdings dezent: vergrößerte Lufteinlässe, geänderte Kiemen und spezielle Endrohre sind schon die wichtigsten Extras. Auf einen Powerdome wie bei M3 und M5 zumindest verzichtet der M6 selbstbewusst.

Nur bei genauerem Hinschauen fällt das Karbon-Dach mit seiner typischen Web-Struktur auf. Ein besonderes Gimmick erhalten Kunden, die sich für die optionale Keramikbremse (8.800 Euro) entscheiden. Sie zeichnet sich neben extremer Bissigkeit durch golden lackierte Bremssättel aus. Die sehen in Realität deutlich weniger neureich-protzig aus, als man es beim Lesen denken würde.

Teuer ist das M6 Gran Coupé natürlich auch. Bei der Basisversion stehen bereits 128.800 Euro auf dem Preisschild, über die Optionsliste lassen sich problemlos Extras für mehrere 10.000 Euros dazu ordern. Darunter neben Navigationssystem und Vier-Zonen-Klimaanlage auch eine Bang & Olufsen-Musikanlage (4.950 Euro) und ein Nachtsichtgerät mit Personenerkennung (2.200 Euro). Teurer in der M-Familie ist lediglich das M6 Cabrio mit identischem Motor für 131.400 Euro. Hinzu kommen in beiden Fällen aber noch die hohen Spritkosten. Die 9,9 Liter aus dem Datenblatt sind zwar ein beeindruckender Wert – aber nur theoretisch erreichbar.

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