Suchen

Gefahren: BMW M850i – Gleiter mit feinen Features

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Der König ist tot. Lang lebe der König. BMW beerdigt das große Sportcoupé in Form der 6er-Baureihe und ersetzt es mit dem neuen noch größeren 8er. Das momentane Topmodell hört auf den Namen M850i und ist ein richtig feiner Gran Turismo.

Firmen zum Thema

Der BMW M850i ist das aktuell potenteste Modell der neuen 8er Baureihe – zumindest bis der M8 auf den Markt kommt.
Der BMW M850i ist das aktuell potenteste Modell der neuen 8er Baureihe – zumindest bis der M8 auf den Markt kommt.
(Bild: BMW)

Als „Gentlemans Racer“ sieht BMW den neuen M850i, das aktuell potenteste Modell der frisch geschaffenen 8er-Baureihe. Das zweitürige Sportcoupé konkurriert mit dem Bentley Continental GT oder dem Aston Martin DB11, die Einordnung scheint vordergründig also zu passen. Und auch der erste Kontakt mit dem Münchner bleibt im Gedächtnis.

Optisch ist der M850i eine Wucht. Er strahlt diese gewisse Souveränität aus, die dem 6er rein äußerlich etwas gefehlt hat. Breite Schultern, eine lange Motorhaube mit großem Powerdome und eine gewaltige Niere prägen die Frontansicht, während die Seitenansicht mit einer wundervoll geschwungenen Dachlinie begeistert, die am Heck schließlich in einem kleinen Entenbürzel endet.

BMW 8er Coupé: Sportlicher Angriff in der Luxusklasse
Bildergalerie mit 10 Bildern

Dazu leuchtet unser Testwagen in „Sunset Orange“ und rollt auf filigranen schwarzen 20-Zöllern. Das Carbon Exterieurpaket und das Kohlefaser-Dach passen optisch zwar hervorragend zum Gesamtpaket ohne zu aufdringlich zu sein, schlagen mit 4.100 beziehungsweise 3.000 Euro aber auch ein ordentliches Loch in den Geldbeutel.

Der gute erste Eindruck, den das Exterieur-Design geschaffen hat, setzt sich auch im Innenraum fort. Die Anordnung von Mittelkonsole und Instrumententräger ist zwar typisch BMW, jedoch in wichtigen Punkten aufgefrischt worden. Besonderes Highlight: Einige Bedienelemente wie der i-Drive-Controller, der Start-Stop-Knopf, der Lautstärkeregler und sogar der Gangwahlhebel sind optional aus diamantgeschliffenem Glas – letzterer fasziniert mit einer beleuchteten „8“ im Inneren des Glaskörpers. Auch die Sitzposition ist gut gelungen: sportwagentypisch angenehm tief und mit ordentlichem Seitenhalt dank variabler Wangen.

Viele Assistenten

Nicht nur bei der optischen Auslegung des Interieurs hat BMW nachgewürzt, auch in Sachen Assistenten, Infotainment und Vernetzung macht der 8er einen Schritt nach vorne. Schon die Aufpreisliste für die Fahrhilfen ist lang: Die aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go-Funktion, der Lenk- und Spurführungsassistent, sowie der Spurhalteassistent mit Seitenkollisionsschutz und Ausweichhilfe stehen Kunden unter anderem zur Verfügung.

Mit einem 12,3 Zoll großen Tachodisplay, dessen Anzeigen sich frei konfigurieren lassen, hat der Fahrer jederzeit alle wichtigen Parameter im Blick. Abzüge gibt es lediglich für die leicht fummelige Bedienung über Lenkradknopf und Blinkerhebel sowie für die etwas unharmonische Darstellung der Drehzahl- und Geschwindigkeitsgraphen im Vieleck-Design.

Der Infotainment-Bildschirm ist mit 10,25 zwar etwas kleiner als die Tachoeinheit, besticht aber mit einer scharfen Auflösung und der gewohnt einfachen Bedienung über den i-Drive-Controller. Die zusätzliche Auslegung als Touchscreen scheint mittlerweile irgendwie dazuzugehören, die Bedienung per Rad auf der Mittelkonsole gestaltet sich aber deutlich einfacher als mit den Fingern auf dem Display. Und hässliche Abdrücke gibt es so auch keine.

530 PS aus 4,4 Litern

Doch genug über Bildschirme und Assistenten geredet. Schließlich stellt BMW den M850i nicht umsonst auf der kurvigen Berg-und-Tal-Bahn im portugiesischen Estoril vor. Bevor es auf die Rennstrecke geht, ein kleiner Faktencheck: Der M850i ist mit einem neuen 4,4-Liter-V8 gesegnet, der es dank Turboaufladung auf 390 kW/530 PS schafft. Das maximale Drehmoment beträgt 750 Newtonmeter und liegt bereits bei 1.800 Umdrehungen pro Minute an. Verteilt wird die Kraft über einen Allradantrieb an alle vier Ecken des 8ers, wo sich Sportreifen in 245er- (Vorderachse) und 275er-Breite (Hinterachse) in den Asphalt krallen. Auch die Achtgang-Automatik macht eine gute Figur und passt sowohl von der Spreizung als auch von den Schaltzeiten hervorragend zum Achtzylinder.

(ID:45569311)