Gefahren: Chevrolet Malibu – Volles Programm

Autor / Redakteur: sp-x / Vera Scheid

Für knapp 30.000 Euro gibt es ein hervorragend ausgestattetes US-Auto mit 2,0-Liter-Dieselmaschine.

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Die Europa-Version des Chevy-Modells entspricht fast exakt der US-Variante.
Die Europa-Version des Chevy-Modells entspricht fast exakt der US-Variante.
(Foto: sp-x)

Wo Chevrolet draufstand, war lange Zeit nicht immer Chevrolet drin – als die Marke im letzten Jahrzehnt hierzulande antrat, sogar überhaupt nicht. Es handelte sich schlicht um Daewoos mit anderem Label. Das hat der Hersteller sukzessive geändert und ist nun auch in der Mittelklasse angekommen.

Dieser Fakt lässt sich leicht überprüfen: Ein kurzer Blick auf das US-amerikanische Modellprogramm zeigt, dass der Malibu auch in den Staaten zu kaufen ist. Auf einen Diesel verzichten die Strategen in Übersee – stattdessen kommt elektromotorische Schützenhilfe, und die Technik weist andere Leistungsdaten auf. In Deutschland, wo der Selbstzünder keinesfalls fehlen darf, wird der geneigten Kundschaft ab 29.900 Euro weitergeholfen. Für diesen Kurs gibt es die LT-Plus-Variante mit Klima, Navi, Radio, elektrischer Sitzverstellung und automatisch abblendendem Innenspiegel.

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Ein Hauch von Camaro

Hält der Chevy, was sein klangvoller Name verspricht? Dass jetzt kein bollernder V8 jenseits der fünf Liter Hubraum zu erwarten ist, wie etwa zu Urzeiten, als der erste Malibu vom Band lief, liegt auf der Hand. Der Ur-Malibu war übrigens gar kein eigenständiges Modell, sondern nur eine Version. Das taufrische Modell bietet ein attraktives Gesamtpaket mit ansehnlicher Verpackung; während die Front mit typischem Neuzeit-Chevrolet-Gesicht zwar gefällig, aber nicht gerade spektakulär aussieht und ein bisschen Allerweltsauto-Charme versprüht, zitiert das Heck mit seinen markanten Rückleuchten den rassigen Camaro – ein netter Zug. Mit einer Länge von etwas über 4,86 Metern kommt der Ami recht ausladend daher. So entsteht das Gefühl, eine satte Limousine zu fahren.

Die Maße innen wirken dagegen nicht ganz so üppig: Zwar geht es auf den durchaus komfortablen Sitzen keinesfalls eng zu, aber ein Fahrzeug der Fast-4,90-Meter-Klasse könnte einen Tick mehr Raum offerieren. Auch die Kniefreiheit für Fondpassagiere ist fein und ohne Frage völlig in Ordnung, aber es fehlt eben jene Extraportion, die die äußeren Abmessungen nahelegen.

Qualität im Innenraum

Dennoch geizt die Fahrgastzelle nicht mit Qualitäten. Die mit Tasten gespickte Mittelkonsole lässt eine intuitive Bedienung zu, weil ein übersichtliches Menü zur Verfügung steht, das über den großen Touchscreen angesteuert wird. Hinter diesem verbirgt sich zudem ein großes Fach. Übersichtliche Instrumente – wieder mit Camaro-Handschrift, die gut ablesbar sind, stehen für die Einfachheit des Malibu, der darüber hinaus ordentlich verarbeitet ist, ohne gleichzeitig jene kühle Perfektion vom Schlage eines Audi zu verbreiten.

Wer keine allzu großen Kilometermengen abreißt, sollte den 2,4-Liter-Benziner ausprobieren. Der Sauger läuft kultiviert und säuselt für einen Vierzylinder angemessen leise, solange man dem Drehzahlbegrenzer fern bleibt. Dass der Vierventiler kein Ausbund an Temperament ist, bedarf keiner Diskussion. Aber die Antriebseinheit ist gerade auch in Verbindung mit der weich schaltenden Sechsstufen-Wandlerautomatik harmonisch.

Es fehlt an Sportlichkeit

Sportliche Anflüge sucht man im Malibu aber vergebens, dazu ist die elektrische Servolenkung einen Hauch zu synthetisch und das Fahrwerk zu mild. Davon profitiert wiederum der Komfort auf langwelligen Verwerfungen. Insofern stellt der Chevy Malibu ein wohlfeiles Gesamtpaket dar mit attraktiven Eigenschaften; für Interessenten mit dem Wunsch nach etwas Individualität, satter Ausstattung und ordentlichem Preis-Leistungs-Verhältnis ist der jüngste Ami daher sehr verlockend.

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