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Gefahren: Cupra Ateca – konkurrenzloses Performance-SUV

| Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

Mit seiner Submarke Cupra will sich Seat irgendwo zwischen Massenmarkt und Premium positionieren. Der erste Ableger steht ab Dezember bei ausgewählten Händler und konnte nun schon einmal beweisen, was in ihm steckt.

Der Cupra Ateca ist das erste Fahrzeug der Performance-Marke von Seat.
Der Cupra Ateca ist das erste Fahrzeug der Performance-Marke von Seat.
(Bild: Seat)

Aus dem Blickwinkel der Vernunft betrachtet, ist der Cupra Ateca ein Fahrzeug aus der Kategorie „Autos, die die Welt nicht braucht“. Doch das gilt auch für jeden AMG, jeden M-Sportler oder jedes RS-Modell aus Ingolstadt. Da sich deren Fangemeinden weltweit nach wie vor starken Zulaufs erfreuen, findet das Konzept der hauseigenen Sportabteilungen aber immer mehr Nachahmer. Auch in Spanien. Dort ist Cupra nämlich fortan keine sportliche Variante von Seat-Modellen mehr, sondern eine eigenständige Marke. Und so bietet der erste Vertreter des neuen Labels die Faszination der Unvernunft in Form von 300 PS, einem straffen Sportfahrwerk, vier Endrohren, optionalen Performance-Bremsen von Brembo und speziell im Cupra-Sport-Modus den passenden Motorsound – alles verpackt im Kompakt-SUV Ateca, das ab Dezember zu Preisen ab 42.850 Euro ausgeliefert wird.

Schon der erste Blickkontakt signalisiert: Das ist zwar die bekannte, stimmige Ateca-Karosse, an der aber nirgends ein Seat-Emblem mehr zu erkennen ist. Stattdessen prangt in der Mitte des schwarzen Kühlergrills im Wabenmuster das kupferfarbene Symbol als Erkennungszeichen der neuen Marke Cupra. Edel aussehende Lackierungen und serienmäßige 19-Zoll-Felgen, die es auf Wunsch ebenfalls in Kupfer-Optik gibt, sorgen zudem für die nötige Abgrenzung zum zivilen Seat-Bruder.

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Auch im Innenraum lässt das Power-SUV keine Zweifel aufkommen, dass hier eine ganz andere Zielgruppe mit üppigeren Ressourcen auf den Bankkonten anvisiert werden soll. Weiches, grau-schwarzes Alcantara in den Türverkleidungen und an den bequemen, mit gutem Seitenhalt ausgestatteten Sportsitzen, Leder und einiger Zierrat im Carbon-Look. Ja, das wirkt edel, wenn auch im Gesamteindruck etwas dunkel.

Vom Layout entspricht das Armaturenbrett weitgehend dem Seat-Modell, allerdings sind der 8-Zoll-Touchscreen samt Navigation, Rückfahrkamera und 360-Grad-Birdview hier bereits ebenso serienmäßig an Bord wie das virtuelle Cockpit, das man aus anderen, eher hochwertigeren Modellen des VW-Konzerns kennt. An den ordentlichen Platzverhältnissen in der Passagierzelle hat sich nichts geändert, und der Kofferraum ist nur wegen des Allradantriebs leicht auf 470 Liter Volumen geschrumpft. Mit den umlegbaren Rücksitzlehnen lässt sich das Fassungsvermögen aber auf 1.604 Liter erweitern.

300 PS für ordentlich Vortrieb

Herzstück und Seele des Performance-SUVs ist natürlich der 2,0-Liter-TSI-Motor aus dem VW-Konzernregal, der bei Seat bereits in der Cupra-Variante des Leon zum Einsatz kam. Die motorische Pferdezucht stellt hier ein Gespann von 300 Rössern zur Verfügung, das mit dem gut 1,6 Tonnen schweren Ateca leichtes Spiel hat. In 5,2 Sekunden wird die Fuhre auf Tempo katapultiert, und erst bei 247 km/h ist Schluss mit dem temperamentvollen Galopp. Ob nach 100 Kilometern an der Tränke tatsächlich nur 8,5 Liter Super Plus (nach neuesten WLTP-Messmethoden, was 7,4 l/100 km nach NEFZ entspricht) konsumiert werden, hängt davon ab, wie kräftig dem Gespann die Sporen gegeben werden. Auf ersten Testfahrten rund um Barcelona quittierte der Bordcomputer die Mixtur aus tempolimitierter Autobahnfahrt und forscher Gangart auf einem abgesperrten, kurvigen Landstraßen-Parcours mit halbwegs akzeptablen 10,3 l/100 km.

Dass der Spaßfaktor dabei ein hohes Niveau erreicht, liegt an weiteren Beigaben, mit denen die Motorsport-Division auch in Zukunft die Cupra-Modelle würzen wird. Wie etwas das neu entwickelte siebenstufige Direktschaltgetriebe, das mit noch kürzeren Schaltzeiten präzise und ohne spürbare Zugunterbrechungen die Gänge auswählt, der serienmäßige Allradantrieb, die allerdings rund 2.700 Euro Aufpreis kostende Performance-Bremse von Brembo und die per Drehschalter einstellbaren Antriebsmodi. Sechs an der Zahl. Neben Komfort, Sport, Individuell, Schnee und Offroad symbolisiert ein Zielflaggen-Symbol aus dem Motorsport den „Cupra-Modus“, für den die Eco-Wahlmöglichkeit weichen musste.

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