Gefahren: Honda CR-V – Abschied vom Diesel

Hybrid kommt Anfang 2019

| Autor: Yvonne Simon

Die fünfte Generation des Honda CR-V kommt im Oktober auf den europäischen Markt. Preise sind noch nicht bekannt.
Die fünfte Generation des Honda CR-V kommt im Oktober auf den europäischen Markt. Preise sind noch nicht bekannt. (Bild: Simon / »kfz-betrieb«)

Schon seit zwei Jahren ist die fünfte Generation des Honda CR-V in den USA auf dem Markt. Im Oktober soll er jetzt in Europa an den Start gehen. Warum so spät? Die Verzögerung erklärt ein Honda-Sprecher mit „Verbesserungsmaßnahmen“. So habe der Importeur in der Zwischenzeit unter anderem die Bremsen vergrößert, das Chassis steifer gestaltet und die Dämpfer überarbeitet.

Die größte Überraschung ist wohl, dass Honda den CR-V ohne Diesel ins Rennen schickt. Wenn das Kompakt-SUV im Oktober bei den Händlern eintrifft, wird es zunächst nur mit einem 1,5-Liter-Turbobenziner verfügbar sein, bereits bekannt aus dem neuen Civic. Anfang 2019 soll ein Hybrid dazukommen. Grund für den Verzicht auf den Selbstzünder sei die E-Mobilitätsstrategie des Importeurs: bis 2025 sollen zwei Drittel aller in Europa verkauften Honda-Modelle über einen elektrifizierten Antriebsstrang verfügen.

Im vergangenen Jahr hat Honda laut Kraftfahrtbundesamt 5.266 CR-V-Einheiten in Deutschland verkauft, immerhin fast die Hälfte davon mit Dieselantrieb. Werden Diesel-Kunden wirklich auf einen Benziner oder Hybrid umsteigen? Das hoffe man zumindest, heißt es von Honda. Prinzipiell baut der Importeur auf viele modelltreue Kunden, sieht den Hybrid aber als Chance, eine erweiterte Käuferschaft anzusprechen und strebt eine Eroberungsquote von 40 Prozent an. Die Kernzielgruppe des SUV umfasst die 45-bis-65-Jährigen. Weil die fünfte Generation im Vergleich zum Vorgänger dynamischer und sportlicher sein soll, rechnet der Importeur auch mit jüngeren Käufern. Insgesamt erwartet Honda, 2019 über 6.000 Einheiten des CR-V zu verkaufen.

Der Abschied vom Diesel findet Zustimmung auf Händlerseite. „Wir gehen da konform mit Honda“, sagt Ralf Giuliani vom Motor Center Heinen, einem der größten deutschen Honda-Partner. Auch wenn die Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen in den letzten Wochen wieder leicht angestiegen sei, verkaufe das Autohaus derzeit rund 75 Prozent der Fahrzeuge mit Benzin-Antrieb. Der Abverkauf der vierten CR-V-Generation laufe gut, der Großteil an Diesel-Modellen sei bereits abgesetzt. Bezüglich des Hybrids ist Giuliani optimistisch und rechnet mit Interesse auch aus den Reihen der Stammkundschaft.

Sechsgang-Schaltgetriebe und stufenlose Automatik

Künftig haben CR-V-Käufer die Wahl, den Turbobenziner in Kombination mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe (127 kW/ 173 PS) oder einer CVT-Automatik (142 kW / 193 PS) zu ordern. Während die Automatik-Variante nur mit Allrad verfügbar ist, gibt es den Schalter auch als Fronttriebler, den Honda als Einsteigermodell positionieren möchte. Die Allrad-Varianten sind erstmals als Siebensitzer erhältlich.

Die äußeren Maße des Kompakt-SUV sind leicht gewachsen, die Bodenfreiheit ist um vier, der Radstand um drei Zentimeter größer als beim Vorgänger. Optisch fällt das etwas kantigere Design mit den serienmäßigen LED-Scheinwerfern auf. Alle Ausstattungsvarianten kommen mit einer Reihe von Sicherheits- und Assistenzsystemen, darunter ein Kollisionswarnsystem, Spurhalteassistenten und eine Verkehrszeichenerkennung. Aufgerüstet hat Honda in Sachen Geräuschkomfort. Das sogenannte „Active Noise Cancellation System“ überwacht über Mikrofone im Innenraum die Entwicklung von Niedrigfrequenzgeräuschen und erzeugt bei Bedarf entgegengesetzte Audiosignale. Dichtmaterial in der Karosserie und rund um die Motorhaube schützt zusätzlich vor Lärm.

Tatsächlich erwies sich die geringe Geräuschkulisse auf Testfahrten rund um Kitzbühel als Pluspunkt. Die beiden Allrad-Varianten laufen angenehm ruhig, nur im Fronttriebler sind die Motorengeräusche etwas lauter zu hören. Bei allen Varianten geht es im niedrigen Drehzahlbereich eher gemächlich zu, das Auto entwickelt wenig Zug. Erst bei höheren Drehzahlen zeigte das SUV etwas Temperament.

Großzügiges Platzangebot

Im Innenraum lässt sich der zentrale Touchscreen einfach und intuitiv bedienen. Klimaanlage und Heizung sind direkt darunter analog regelbar. Der 7-Zoll-Bildschirm hinter dem Lenkrad ist gewöhnungsbedürftig, hier sind sehr viele Informationen sehr klein dargestellt. Kennt man das Auto noch nicht, nimmt die Orientierung während des Fahrens zu viel Zeit in Anspruch. Der Aufmerksamkeit dienlich ist hingegen das in der getesteten Topversion „Executive“ serienmäßig verbaute Head-Up-Display, das die aktuelle Geschwindigkeit, Verkehrsschilder und ergänzend zum Navigationssystem den nächsten Richtungswechsel anzeigt.

Sein großzügiges Platzangebot weiß der CR-V clever zu nutzen. Dazu tragen individuell verstellbare Ablageflächen in der Mittelkonsole und viel Stauraum in den Türen bei. Im Fünfsitzer ist die Beinfreiheit im Fond komfortabel und im Vergleich zum Vorgänger um fünf Zentimeter vergrößert. Etwas anders sieht das logischerweise in der Variante mit sieben Sitzen aus. Dank flach gebautem Tank reichen die Knie der Passagiere im Sitzen zwar nicht bis zu den Ohren, dennoch müssen Erwachsene ihre Beine stark anwinkeln. Die dritte Reihe eignet sich daher nur für kleinere Kinder oder für sehr kurze Fahrten.

Ein Blick auf den Verbrauch zeigt, dass Honda sehr realistische Werte angibt. Der ausgewiesene kombinierte Verbrauch des Allrad-Schalters von 6,6 Liter pro 100 Kilometer ließ sich auf der Teststrecke, die hauptsächlich über Landstraßen führte, knapp unterbieten. Für das CVT-Getriebe gibt der Importeur einen Verbrauch von 7,1 Liter an. Hier meldete der Bordcomputer 7,4 Liter.

Was die Preise des neuen CR-V anbelangt, hält sich Honda noch bedeckt. Das Einstiegsmodell soll aber bei unter 30.000 Euro starten. Bislang kostet das SUV in der günstigsten Variante 23.990 Euro. Die Einführung des CR-V im Handel soll am 20. Oktober stattfinden, den Hybrid wollen die Japaner beim Honda-Frühstück 2019 vorstellen.

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