Gefahren: Honda E Prototyp – Spaß im Retro-Stromer

1.500 Einheiten für Deutschland im ersten Jahr

| Autor: sp-x

Dazu kommen die digitalen Spiegel: Serienmäßig verzichtet Honda auf klassische Außenspiegel und verbaut links und rechts eine kleine Kamera, die nicht nur den Luftwiderstand reduzieren, sondern auch einen geringeren toten Winkel haben. Ihr Bild zeigen sie auf Displays an den A-Säulen an, die deutlich blickgünstiger positioniert sind als beispielsweise die in den Türen montierte Spiegel-Bildschirme im Audi E-Tron.

Ebenfalls digital: Der Rückspiegel. Wie in den neuesten Jaguar- und Land-Rover-Modellen kann man über den Abblend-Hebel zwischen einer Kameraansicht und einem richtigen Spiegel umschalten: Letzterer erlaubt unter anderem auch den Blick in den Fond, die Kamera dagegen zeigt ein breiteres Bild an und ermöglicht den Rückblick auch dann, wenn die hintere Sitzbank vollbeladen ist.

Wie oft dort Gäste sitzen, bleibt abzuwarten: Naturgemäß geht es in einem Kleinwagen auf der Rückbank etwas eng zu und zumindest im Prototyp ist die Lehne des Sofa-ähnlichen Fauteuils recht steil montiert.

Die Vordersitze dagegen bieten schon in dem zu weit über 90 Prozent serienfertigen Honda-E-Erprobungsfahrzeug ausreichend Komfort und guten Seitenhalt. Der ist auch wichtig, denn die Ingenieure haben einiges daran gesetzt, dem kleinen Stromer dynamische Fahrtalente anzutrainieren. Die durfte der Japaner jetzt auf kurzen Testrunden erstmals demonstrieren.

Natürlich spielte den Entwicklern die Elektro-Auto-Architektur dabei in die Hände: Der 110 kW/150 PS starke E-Motor im Heck stellt seine 300 Newtonmeter unverzüglich zur Verfügung und schiebt kraftvoll an, und der Akku mit 36 kWh Kapazität schlummert im Fahrzeugboden zwischen den Achsen. Das garantiert einen tiefen Schwerpunkt und ermöglicht eine 50:50-Gewichtsverteilung, beides sorgt für eine stabile Straßenlage und lässt den Honda behände durch den Kurvenparcours flitzen und die Slalom-Strecke entlang wedeln.

Der optionale Sportmodus, der die Gasannahme direkter einstellt, die gefühlvolle Lenkung und der Heckantrieb tragen ihr übriges zu einer dynamischen Gangart bei, und dass der Honda E rund 1,5 Tonnen wiegen soll, merkt man nicht wirklich.

Auch beim Bremsen nicht: Die Stopper packen beherzt zu und bringen den Kleinwagen sicher zum Stillstand. Per Tastendruck kann man im Alltagsbetrieb die Verzögerung auch allein der Energierückgewinnung überlassen, im One-Pedal-Model rekuperiert der Honda beim Loslassen des Gaspedals so stark, dass die mechanische Bremse selten zum Einsatz kommen muss. Bleibt also nur zu hoffen, dass die Kunden angesichts des hohen Preises nicht auf die Einkaufs-Bremse treten.

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