Gefahren: Hyundai Ioniq

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Wenn schon, dann richtig: Hyundai zeigt in Genf mit dem Ioniq sein erstes dezidiertes Öko-Modell und bringt es gleich in drei Varianten: als Hybrid, Plug-in-Hybrid und als reines Elektroauto mit Akku.

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Der Hyundai Ioniq startet zunächst als Hybridfahrzeug.
Der Hyundai Ioniq startet zunächst als Hybridfahrzeug.
(Foto: Hyundai)

Mit Schokolade, Spannung und was zum Spielen hat Woong-Chul Yang nicht viel am Hut. Doch wenn der Hyundai-Entwicklungsvorstand über den neuen Ioniq spricht, dann klingt es trotzdem ein bisschen so, als würde der Ingenieur ein Überraschungsei anpreisen. Denn genau wie Ferrero für seine Schokokugel drei Dinge auf einmal verspricht, ist auch der grüne Hoffnungsträger aus Korea drei Autos in einem und steht zur Premiere in Genf deshalb nicht nur als Hybrid-Modell, sondern auch als Plug-in und als reines Akku-Auto auf der Messebühne.

Yang ist überzeugt, dass es auch in Zukunft nicht die eine, alleinige Antriebslösung geben wird. „Wir glauben, dass wir für unterschiedliche Kunden in unterschiedlichen Lebenssituationen auch unterschiedliche Technologien anbieten müssen. Und zwar ohne Kompromisse bei Design oder Fahrspaß“, sagt der Entwicklungschef.

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Während die bei uns im Herbst lieferbare Elektroversion mit Strom für 250 Kilometer Batteriefahrzeuge wie den Chevrolet Bolt oder den Nissan Leaf ins Visier nimmt und der für Anfang 2017 versprochene Plug-in-Version mit 51 Kilometern elektrischer Reichweite vor allem auf den VW Golf GTE zielt, ist der konventionelle Hybrid nur auf einen Gegner zugeschnitten: Den Toyota Prius. Weil das von allen drei Varianten die wichtigste ist, sie auf den größten Verkaufsanteil kommen wird und sie zugleich mit dem stärksten Gegner ringt, hat Hyundai den Ioniq wie eine Blaupause des Prius konstruiert, seine Stärken kopiert und seine Schwächen geschickt ausgemerzt.

Und als wäre das nicht schon Ansage genug, locken die Koreaner auch noch mit dem attraktiveren Preis. Daheim in Seoul jedenfalls, wo der Ioniq bereits seit ein paar Wochen verkauft wird, kostet er rund 25 Prozent weniger als der Prius. Wenn Hyundai dieses Verhältnis nach Deutschland rettet, müsste die bei uns ab Herbst lieferbare Hybridversion deutlich unter 25.000 Euro kosten.

Hybrid-typische Optik

Die strategisch kluge Annäherung an das Original beginnt beim Design, das sich genau wie beim Prius an der Form des Tropfens orientiert und geschickt auf den Wiedererkennungseffekt setzt: „Hallo, ich bin ein Hybrid“, scheint der glatt geschliffene Keil von 4,47 Metern deshalb zu rufen. Doch anders als der Prius ist der Ioniq eben nicht nur im Windkanal entstanden, sondern hat zumindest ein bisschen kreativen Feinschliff bekommen und sieht deshalb nicht ganz so schräg und seltsam aus.

Auch unter dem Blech gibt es bei überraschend vielen Ähnlichkeiten ein paar kleine aber entscheidende Unterschiede. So liegt die Systemleistung des Ioniq mit 141 PS zwar auf einem Niveau mit dem Prius, und genau wie der Toyota kann auch der Hyundai nur ein paar hundert Meter rein elektrisch fahren. Doch erstens nutzen die Koreaner für den 1,56 kWh großen Akku unter der Rückbank fortschrittliche Lithium-Polymer-Zellen anstelle der alten Nickel-Metall-Hydrid-Akkus. Und zweitens spannen sie ihren neuen 1,6 Liter großen Benzindirekteinspritzer von 77 kW/105 PS und die 32 kW/43 PS starke E-Maschine nicht über ein stufenloses Planetengetriebe zusammen, sondern mit einer konventionellen Doppelkupplung.

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