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Gefahren: Kia Optima Plug-in-Hybrid

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Nur Hybrid war gestern. Heute und in Zukunft müssen Autos wohl auch an die Steckdose. Kia zeigt, wie das beim Optima nächstes Jahr klappt. Und wie man den Wettbewerb preislich unterbietet.

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Noch getarnt: Der Kia Optima ist ab Herbst 2016 als Plug-in-Hybrid zu haben.
Noch getarnt: Der Kia Optima ist ab Herbst 2016 als Plug-in-Hybrid zu haben.
(Foto: Kia)

Weltweit ist der immerhin 4,86 Meter lange Kia Optima ein Bestseller, in Europa allerdings eher ein Ladenhüter. „Das wird sich ab nächsten Herbst sicher ändern“, prophezeit Yong-Seok Kim, in der koreanischen Firma der Entwicklungschef für die sogenannten Eco-Fahrzeuge. „Mit dem Plug-in-Hybrid haben wir dann ein Angebot, für das sich viel mehr Kunden interessieren werden“. Der Ingenieur, zugleich Doktor der Philosophie, könnte Recht behalten. Denn der geräumige Viertürer, vom deutschen Chefdesigner Peter Schreyer entworfen, wird wohl trotz seines Antriebs um mehr als 15.000 Euro günstiger angeboten als sein fast 45.000 Euro teurer deutscher Rivale VW Passat GTE.

Obwohl der Optima mit dem Zusatz PHEV (Plug-in-Hybrid Electric Vehicle) dem schon ab nächsten Januar erhältlichen Basismodell mit Benzin- oder Dieselmotor zum Verwechseln ähnlich sieht, lassen die Kia-Aufpasser ihr neues Spitzenprodukt nur stark getarnt auf die Testroute rund um das Technikzentrum Namyang südöstlich von Seoul. Dabei unterscheidet sich der Kia mit den zwei Motoren nur durch die per Jalousie verschließbare Kühleröffnung und je zwei seitliche Luftschlitze vorne und hinten von den Normalmodellen.

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Gleiches gilt für den durchaus elegant gestylten Innenraum, in dessen Mittelkonsole aber zwei weitere Knöpfe auf den Fingerdruck des Fahrers warten. Auf dem Bildschirm des serienmäßigen Navigationssystems erscheinen zusätzliche Infos über die gerade aktivierte Art des Antriebs. Das war es dann schon mit den optischen Änderungen für den modernsten Optima.

Nach dem Drücken des Startknopfs herrscht Stille, doch die Instrumente hinter dem Lenkrad leuchten auf. Der Optima meldet die Bereitschaft zum lautlosen Losfahren, wenn denn die Batterie ausreichend geladen ist. Dann setzt er sich mit den typischen, leise singenden Lauten eines Elektromotors in Bewegung. Der Stromer unter der Haube ist immerhin 50 kW/67 PS stark, das reicht allemal fürs behutsame Losfahren und das spätere Gleiten durch das Verkehrsgewühl in der koreanischen Provinz.

Elektrisch bis 120 km/h

Der Zweiliter-Benzinmotor und seine 113 kW/154 PS haben Pause, lauern aber stets auf stärkeren Tritt auf das Gaspedal. Wenn allerdings der EV-Knopf gedrückt ist, verlässt sich der Optima auch beim Beschleunigen ausschließlich auf die Energie, die in der Batterie steckt. Das funktioniert selbst auf der Autobahn bis 120 km/h. Allerdings schmilzt dann der Akku-Vorrat schneller als ein Stück Eis im heißen Tee.

Auf der Testrunde spielte der E-Antrieb deshalb vor allem im Stadtverkehr seine Stärken aus. Die leise Fortbewegung in gemächlichem City-Tempo ist wie bei allen Autos dieser Art immer wieder ein Spaß-Erlebnis. Nach dem für deutsche Augen unlesbaren Schild, das das Ende einer Ortschaft verkündet, dann der Druck auf den anderen Knopf mit den Buchstaben HEV. Der Hybrid-Modus wird aktiviert, erweckt den Benziner spätestens dann, wenn das rechte Pedal energischer getreten wird.

Der vertraute Sound des Verbrennungsmotors dringt gefühlt lauter als sonst an die Ohren, was sich beim Überholen noch steigert. Hier sollte Kia bis zum Start im Herbst nächsten Jahres noch nacharbeiten. Kein Verbesserungsbedarf dagegen bei der serienmäßigen Sechsgang-Automatik. Sie schaltet je nach gewähltem Modus sanft oder energisch.

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