Gefahren: Kia Soul EV

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Das Akkupaket in Lithium-Polymer-Bauweise befindet sich 282 Kilogramm schwer im Unterboden, wo auch die meisten geänderten Crashstrukturen verbaut sind. „Im Vergleich zum Kia Ray EV haben wir die Batterie um 46 Prozent leistungsfähiger machen können“, so Park weiter, „er ist unser erstes Elektro-Massenmodell. Unsere Energiedichte ist um 40 Prozent höher als im Nissan Leaf.“

Die geringen Unterschiede zu den normalen Soul-Modellen zeigen sich auch im Innenraum. Die Ausstattung des Elektromodells ist mit Navigationssystem, klimatisierten Sitzen vorn und beheizten Stühlen hinten, Klimaautomatik, Soundsystem und Lenkradheizung überaus komplett. Ähnlich wie bei BMW i3 und Nissan Leaf bestehen viele Verkleidungen und Innenraumkomponenten aus Ökomaterialien wie Bioschäumen in den Sitzen oder Bio-Kunststoffen in Türen und Verkleidungen.

Was möglich ist, wird selbst produziert

Anders als viele andere Hersteller bleibt Kia seiner Linie treu, die Antriebskompetenz im eigenen Hause zu halten. Was möglich ist, wird daher selbst produziert und bei Komponenten greift man ebenfalls bevorzugt auf lokale Produktionen zurück. „Wir wollen in den nächsten Jahren führend auf dem Ecomarkt für Autos sein“, sagt Elektro-Projektleiter Chi Hgeon Hwang, „derzeit ist hier Toyota durch seine Hybridfahrzeuge mit knapp 70 Prozent vorne. Doch wir wollen bis zum Jahre 2050 30 Prozent weniger CO2 produzieren – trotz deutlich mehr verkaufter Autos.“

Nach einer guten halben Stunde Fahrzeit zeigt der Bordcomputer eine Restreichweite von 137 Kilometern an. Die erst kürzlich verbesserte Rekuperationsfunktion in zwei Stufen und eine effizientere Klimatisierung machen sich schneller als erwartet bemerkbar. Aus gutem Grund, denn schließlich soll gerade auf dem Heimatmarkt Korea nichts schiefgehen. Der große Navigationsbildschirm zeigt kaum Ladestationen. Hier hapert es noch. Im ganzen Land gibt es aktuell gerade einmal 1.000 Ladesäulen und so heißt es selbst in der Millionenmetropole Seoul auf die Suche gehen, bis der Kia Soul EV wieder zu elektrischen Kräften kommt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 14 Bildern

Ob der Kia Soul EV ein koreanisches Feigenblatt oder nicht nur im Seouler Szenestadtteil Gangnam ein Bestseller wird, darüber entscheidet neben den objektiven Qualitäten insbesondere der Preis. Der dürfte angesichts der zunehmend ernsthafteren Konkurrenz und der zu erwartenden Verkaufszahlen unter 30.000 Euro liegen. Damit würde ein Elektro-Soul knapp das Doppelte von einem Einstiegsbenziner kosten. Große Volumen dürften sich damit insbesondere in Europa jedoch nur schwer verwirklichen lassen.

(ID:42408615)