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Gefahren: Mercedes G-Klasse

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Die G-Klasse ist das Urgestein der Mercedes-Modellpalette. Nach fast 30 Jahren gibt es nun eine neue Generation. Wird der Dauerbrenner vom groben Geländewagen zum galanten Gleiter?

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Die Mercedes G-Klasse hat sich optisch kaum, technisch aber deutlich verändert.
Die Mercedes G-Klasse hat sich optisch kaum, technisch aber deutlich verändert.
(Bild: Mercedes-Benz)

Auf den ersten Blick könnte die neue G-Klasse von Mercedes auch als besonders umfangreiches Facelift der seit 1989 gebauten Baureihe 463 durchgehen. Doch die neue Generation des kantigen Klassikers, die im Juni auf den Markt kommt, weist doch einige deutliche Unterschiede auf. So ist die G-Klasse rund fünf Zentimeter länger und ganze 12 Zentimeter breiter geworden – das merkt man vor allem im Fond. Wo die Ellenbogen im Vorgängermodell noch eng an der Tür anlagen, ist nun ordentlich Platz.

Mit der Rundumvergrößerung des weiterhin auf einem Leiterrahmen aufbauenden „G“ wurde auch die Optik leicht angepasst. Zwar bleiben markante Details wie die Türgriffe mit Knopfdruck, die Schutzleisten, das Ersatzrad am Heck und die exponierten Blinker auf den vorderen Kotflügeln erhalten, grundsätzlich wirkt die neue G-Klasse trotzdem sanfter. Das liegt vor allem an den stärker abgerundeten Kotflügeln und Stoßfängern, aber auch an der um einige homöopathische Grad gekrümmten Frontscheibe. Windgeräusche produzieren gehört trotzdem weiterhin zur Paradedisziplin des „G“. Auffällig sind auch die neugestalteten Scheinwerfer und Rückleuchten, die dank LED-Technik nun deutlich moderner wirken als bisher.

Mercedes G-Klasse: Kraxelnder Klassiker
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Während das Exterieur des klotzigen Kraxlers also wunderbar in die Ahnengalerie passt, fand im Innenraum ein weitaus größerer Umbruch statt. Zwar gibt es in der Basis-Ausstattung weiterhin analoge Rundinstrumente, doch die weitaus größere Zahl der G-Klassen dürfte das neue optionale Widescreen-Cockpit bekommen, das schon aus so vielen anderen Mercedes-Modellen bekannt ist. Unter einer gemeinsamen Glasscheibe sind zwei je 12,3 Zoll große Displays vereint, die sich um die Darstellung von Tacho sowie Infotainment kümmern und größtenteils frei konfigurierbar sind.

Dazu gibt es optional einen Aktiv-Multikontursitz mit Heiz-, Kühl- und Massagefunktion sowie Luftpolstern in den Wangen, die sich je nach Kurvenlage zur Unterstützung des Seitenhalts aufblasen. G-typische Details wie der Haltegriff vor dem Beifahrer oder die drei mittig positionierten Knöpfe für die Differenzialsperren bleiben dem Klassiker erhalten.

Immer noch ein Offroad-Monster

Apropos Differenzialsperren: Die G-Klasse ist – aller neuen Komfort-Features zum Trotz – ein echtes Offroad-Monster geblieben. Vor allem der sogenannte „G-Mode“ im G 500, der mit Einschalten einer der drei hundertprozentigen Sperren aktiv wird, macht deutlich, dass der „G“ weiterhin kein normales SUV, sondern ein echter beinharter Geländewagen ist.

Mit einer Wattiefe von 70 Zentimetern und einer Bodenfreiheit von 24 Zentimeter gibt es wenige Fahrsituationen, die den „G“ aus der Ruhe bringen. Besonders steile Aufstiege, bei denen gewöhnliche SUVs schon beim Anblick in den Notlauf schalten würden, sind die bevorzugten Spielwiesen der G-Klasse. Wie dieser riesige Kasten sich mit stoischer Ruhe glatte Felsen hinaufschiebt ist nur mit einem Wort zu beschreiben: beeindruckend.

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