Gefahren: Porsche 911 GT3 – Rasant ohne Turbo

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Es gibt bei Porsche auch 2017 tatsächlich noch eine 911er-Nische, in der der Saugmotor regiert. Diese Nische heißt GT3, und statt Downsizing bekommt der Hecktriebler sogar noch 0,2 Liter mehr Hubraum. Das muss ja Spaß machen.

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Mit dem GT3 bringt Porsche doch noch einmal einen neuen 911er ohne Turboaufladung auf den Markt.
Mit dem GT3 bringt Porsche doch noch einmal einen neuen 911er ohne Turboaufladung auf den Markt.
(Bild: Porsche)

Da haben sich die bisherigen 911-GT3-Spekulanten leider zu früh gefreut. Schließlich dachten die solventen Porsche-Käufer, ihre kostspielige Errungenschaft sei die letzte ohne Turboaufladung, was die Wertsteigerung noch etwas weiter befeuert hätte. Aber es kam anders, und so steht jetzt das GT3-Facelift auf den Rädern, welches die Interessenten sogar mit weiteren Leckerbissen in die Händler-Schauräume lockt.

Demnach schenkt der Sechszylinder-Boxer nun glatte vier Liter Hubraum ein und präsentiert sich in Sachen innere Reibung optimiert. Mit einem gemittelten NEFZ-Verbrauch von 12,7 Litern/100 km liegt der Boxer übrigens 0,3 Liter über seinem kleineren und schwächeren Vorgänger. Der aktualisierte GT3 ist vor allem für ambitionierte Track-Enthusiasten interessanter geworden, nicht nur wegen der Power, die nun von 475 auf glatte 500 PS (368 kW) gestiegen ist. Denn der mindestens 152.416 Euro teure Zuffenhausener kann auf Wunsch auch mit einem manuellen Schaltgetriebe ausgerüstet werden. Ganz großzügig übrigens ohne Aufpreis.

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Der 911 GT3 ist kein Alltagselfer, sondern eine Fahrmaschine ohne Rücksicht auf optische Belange. Mag sein, dass er in so mancher Situation provozierend auf seine Mitmenschen wirkt, aber hier haben die Eigenschaften Priorität. Die riesigen Lüftungslöcher in der Frontschürze kühlen Bremse und Motor auch dann noch tadellos herunter, wenn der Schwabe bereits die zehnte Runde auf der Nordschleife hingelegt hat. Der große, feststehende Spoiler – so scheußlich ihn viele Passanten auch finden mögen – sorgt für 155 Kilo Abtrieb (und damit mehr Stabilität), wenn sich das Racetool auf dem Kurs austobt.

So viel zur Theorie. Die Praxis im GT3 ist schwer zu beschreiben. Etwa, was passiert, wenn man den Sechsender in den ersten vier Übersetzungsstufen bis zu seiner Maximaldrehzahl von 9.000 Touren jubeln lässt. Aber zunächst verfällt der Boxer nach dem Schlüsseldreh auf der linken Seite in den typisch grummeligen Lauf. Das Anfahren mit dem speziell auf GT3-Verhältnisse zugeschnittenen Sechsgang-Schaltgetriebe gestaltet sich nicht weniger normal. Der GT3 zickt weder mit schwergängiger Kupplung noch mit Ruckelei im Antriebsstrang. Die einzige Schwierigkeit könnte darin bestehen, sich in die Schalensitze zu arbeiten – das aber auch nur, wenn man mindestens weitere 3.808 Euro an Porsche überweist.

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