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Gefahren: Porsche 911R – der freie Radikale

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Dieses Auto ist für Porsche-Fans wie ein Befreiungsschlag: Denn mit vier Litern Hubraum, sechs Zylindern und mit Handschaltung spottet der 911R jedem Zeitgeist. Kein Wunder, dass er schon vor dem Start ausverkauft ist.

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Vorgestellt und ausverkauft: Der Porsche 911R ist längst nicht mehr offiziell zu kriegen.
Vorgestellt und ausverkauft: Der Porsche 911R ist längst nicht mehr offiziell zu kriegen.
(Bild: Porsche)

Eine Million in kleinen Scheinen – ganz so dubios war das Angebot zwar nicht. Doch wer sich in den letzten Wochen um einen Porsche 911R bemüht hat, dem sind schon ein paar ungewöhnliche Verkäufer begegnet. Obwohl das jüngste Mitglied der Elfer-Familie erst in diesen Tagen auf die Straße kommt, war die Kleinserie von exakt 991 Exemplaren unmittelbar nach der Premiere auf dem Genfer Salon ausverkauft und seitdem treibt im Internet der Wucher bei der Weitergabe der Vorverträge wilde Blüten.

Kaum ein anderer Elfer fasziniert die Fans so sehr wie dieses Sondermodell, das nicht nur den GT3 RS von der Rennstrecke zurück auf die Straße holt. Vor allem gibt der Porsche für Puristen der von allzu viel Political Correctness zuletzt arg verwässerten Marke endlich ihre Glaubwürdigkeit zurück.

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Dafür setzen die Schwaben auf einen Dreiklang, der wohl auf ewig zieht. Deshalb schlägt im Heck womöglich zum letzten Mal bei einem neuem Porsche noch der klassische Sechszylinder-Sauger, der aus sündigen vier Litern Hubraum stolze 500 PS und 460 Nm schöpft. Deshalb prangt auf dem Mitteltunnel anders als im GT3 RS tatsächlich noch einmal ein manuelles Getriebe mit sechs knackig-kurz gestuften Gängen und gerade so viel Widerstand, dass es zum Schalten einen starken Arm braucht.

Und deshalb hat Projektleiter Andreas Preuninger den 911R so weit abgespeckt, dass er mit einem Fahrgewicht von 1.370 kg und einem Trockengewicht von 1.250 kg mit Abstand zum leichtesten Elfer im Line-Up wird. Nicht umsonst erinnert das Typenkürzel an jene knapp zwei Dutzend 911R, die Ferdinand Piëch 1967 zu den mit 800 Kilo leichtesten Elfern aller Zeiten hat umrüsten lassen.

Viel Power, wenig Elektronik, kaum Gewicht – das ergibt ein Fahrgefühl, wie man es diesseits der Rennstrecke in einem Porsche zuletzt selten erlebt hat. Der Motor dreht mit einer solchen Freude und Leichtigkeit bis weit über 8.000 Touren, die Gänge flutschen nur so durchs Getriebe und das Coupé tänzelt so leichtfüßig durch die Kurven, dass es süchtig macht. Sollen die anderen doch nach der Bestzeit jagen und schon mal die Messer wetzen. In diesem Auto will man gar nicht ankommen, sondern jede Kehre genießen, bei jedem Sprint jauchzen und mit Begeisterung in die Keramik-Bremsen steigen, nur weil man weiß, dass es danach umso flotter wieder voran geht.

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