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Gefahren: Renault Clio, Mégane und Captur E-Tech

| Autor: Yvonne Simon

Die Franzosen möchten bis 2022 zwölf Hybridmodelle im Angebot haben. Den Start machen jetzt die drei Volumenmodelle Clio, Captur und Mégane. Vor allem mit den letzten beiden lässt sich ordentlich Benzin sparen.

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In einer Reihe: Clio, Captur und Mégane gibt es künftig mit Hybridantrieb.
In einer Reihe: Clio, Captur und Mégane gibt es künftig mit Hybridantrieb.
(Bild: Renault)

In Sachen E-Mobilität ist hierzulande kein Hersteller so erfolgreich unterwegs wie Renault mit dem Zoe. Der Kleinwagen ist das meistverkaufte Elektroauto Deutschlands, und die Verkaufszahlen steigen weiter. Bevor Ende des Jahres mit dem Twingo ZE der nächste reine Stromer auf den Markt kommt, legt Renault jetzt zuerst mit Hybriden nach.

Zum Start ausgewählt für die sogenannten E-Tech-Modelle haben die Franzosen die drei Volumenbringer Clio, Captur und Mégane – „das Herzstück der Renault-Modellpalette“, erklärt Produktmanager Nils Rohwer bei der Präsentation der Fahrzeuge am Hauptsitz des Importeurs in Brühl. Im vergangenen Jahr verkaufte Renault von allen drei Modellen zusammengenommen rund 65.000 Einheiten, 2020 soll die Zahl ähnlich sein. Renault prognostiziert, dass die elektrifizierten Varianten künftig an die 20 Prozent der Verkäufe ausmachen werden. Perspektivisch will Renault bis 2022 insgesamt zwölf Teilzeitstromer im Programm haben.

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Clio und Captur sind als Hybride bereits seit Anfang Juli im Handel, die Hälfte der Fahrzeuge stehe bereits im Netz. Der Mégane Grandtour folgt dann im September. Während der Kleinwagen als Vollhybrid anrollt, verfügen Captur und Mégane über einen Stecker. Dadurch gibt es Vorteile bei der Dienstwagenbesteuerung, wodurch sich der Gewerbekundenanteil erhöhen dürfte. Beim Mégane, der auch ein Facelift erhält, rechnet Renault mit circa 30 Prozent gewerblichen Kunden. Überarbeitet wurden bei dem Kompakten hauptsächlich das Infotainmentsystem, die Assistenzsysteme und die Scheinwerfer.

Gemeinsam sind den drei Hybridmodellen ein 1,6-Liter-Benziner mit 67 kW/91 PS sowie jeweils zwei Elektromotoren mit 15 kW/20 PS und 36 kW/49 PS (Clio) beziehungsweise 25 kW/34 PS und 49 kW/67 PS (Captur und Mégane). Hinzu kommen beim Clio eine 1,2-kWh-Batterie und bei den Plug-in-Hybriden jeweils eine Batterie mit einer Kapazität von 9,8 kWh. Verbunden sind die Motoren durch ein kupplungsloses Getriebe – angefahren wird stets elektrisch.

Der E-Tech-Antrieb ermöglicht sowohl den seriellen als auch den parallelen Hybridbetrieb und bei den Plug-in-Modellen den rein elektrischen Fahrmodus. Bei ersterem lädt der Verbrennungsmotor unterwegs den Akku, während die Elektromotoren für den Antrieb sorgen. Im parallelen Hybridmodus arbeiten Elektromotoren und Verbrennungsmotor zusammen. „Wir wollen technisch zeigen, was geht“, kommentiert Rohwer.

Harmonisches Zusammenspiel

Der Wechsel zwischen den Hybridmodi geht nahezu unbemerkt vonstatten – alle drei Modelle lassen sich angenehm ruhig und harmonisch bewegen. Laut wird der Motor nur, wenn man das Gaspedal voll durchtritt.

Der Clio, der über eine Systemleistung von 103 kW/140 PS verfügt, soll in der Stadt bis zu 80 Prozent der Strecken elektrisch zurücklegen. Den kombinierten Verbrauch gibt Renault mit 3,6 bis 4 Litern/100 Kilometer an. In der Praxis zeigte der Bordcomputer nach 20 Kilometern Fahrt in der Stadt sowie auf der Autobahn 4,9 Liter an.

Captur und Mégane bieten eine Systemleistung von jeweils 116 kW/158 PS, der kombinierte Verbrauch soll beim SUV 1,5 Liter/100 Kilometer und beim Kombi 1,3 Liter betragen; der Stromverbrauch 17,3 bis 18,3 bzw. 13 bis 15 kWh. Die rein elektrischen Reichweiten beziffern die Franzosen auf 52 bzw. 54 Kilometer kombiniert.

Auf der Testrunde zeigten sich beide Modelle äußerst sparsam. Im Captur standen 0,4 Liter und 14,1 kWh auf dem Bordcomputer, der Mégane verbrauchte 0,5 Liter und 13,4 kWh. Die Reichweite steigern kann man im sogenannten „B-Modus“. Ab 7 km/h kann der Fahrer mit dem Gaspedal sowohl beschleunigen als auch bremsen, was im Test gut funktioniert hat.

7.500 Euro Förderung

Ist die Batterie leer gefahren, lädt sie mit 14 Ampere Ladestrom und 3,2 kW Ladeleistung in 3,5 Stunden wieder auf. Bei 16 Ampere und 3,7 kW reduziert sich die Ladezeit auf drei Stunden, an der Haushaltssteckdose sind es Renault zufolge fünf Stunden.

Bleibt noch ein Blick auf die Preise: Der Clio E-Tech startet bei 21.874 Euro. Den Captur gibt es ab 32.753 Euro, für den Mégane Grandtour werden mindestens 34.108 Euro fällig. Bei den Plug-in-Hybriden kann man noch die aktuelle Förderung von Bund und Hersteller abziehen – derzeit sind das 7.500 Euro, was die Modelle für Käufer besonders attraktiv machen dürfte.

(ID:46719418)

Über den Autor

 Yvonne Simon

Yvonne Simon

Redakteurin Management & Handel