Gefahren: Seat Arona – stylisches City-SUV

Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

Seat bringt einen kleinen Bruder für den Ateca auf den Markt und bockt dazu den Ibiza auf. Der Arona soll nicht zuletzt mit seinem Look und günstigen Preisen punkten.

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Seat stellt dem Ateca mit dem Arona einen kleinen Bruder zu Seite.
Seat stellt dem Ateca mit dem Arona einen kleinen Bruder zu Seite.
(Bild: Seat)

Der neue Seat Arona, benannt ganz simpel nach einer Stadt auf Teneriffa, wird das bis dato günstigste SUV des Volkswagen-Konzerns. Der Newcomer steigt bei schlanken 15.990 Euro für das Modell mit dem 70 kW/95 PS starken Basisbenziner ein. Den kleinen Bruder des Ateca gibt es mit zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten, aber ohne Allradantrieb.

Der Arona ist das erste SUV des Konzerns, das auf dem modularen Querbaukasten des A0-Segments basiert; ein echter Kleinwagen analog zum Ibiza also. Demnach gibt es auch nicht ganz so viel Beinfreiheit im Fond, der Radstand fällt schließlich ein paar Zentimeter kürzer als bei den Brüdern des MQB A1-Segments aus. Und die Kunden müssen auf Allradantrieb verzichten; der ist in diesem Baukasten einfach nicht vorgesehen.

Seat Arona: Stadt-SUV als Umsatzbringer
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Das macht aber auch nicht besonders viel, schließlich werden SUVs dieser Größe ja ohnehin meist in der Stadt gefahren. Folgerichtig punktet der Arona eher mit optischen Reizen als mit fortgeschrittenen Fahrfähigkeiten abseits befestigter Straßen – 19 Zentimeter mehr Bodenfreiheit im Vergleich zum klassischen Kleinwagen Ibiza hin oder her. Wichtig ist den Seat-Entwicklern, dass sie vor allem ein leichtes Fahrzeug geschaffen haben. Der Benziner unterschreitet das Leergewicht von 1,2 Tonnen. Das merkt man beim Fahren durchaus. So wieselt das Auto leichtfüßig umher und lässt den Steuermann spüren, dass hier nicht so viel Masse im Spiel ist. Ein ähnlich motorisierter Audi Q2 bringt locker 120 kg mehr auf die Waage.

Dafür fühlt sich der Arona aber auch nicht ganz so gesetzt an, nimmt Bodenwellen dringen dezent auffälliger in die Fahrgastzelle. Außerdem wirkt das Auto zumindest subjektiv einen Tick lauter als der Premium-Kollege. Dass es vor allem in der zweiten Reihe etwas enger zugeht als bei den größeren Konkurrenten – Schwamm drüber. Hellhörig dürften so manche Interessenten werden, wenn sie von den 68 Farbkombinationen erfahren – rotes Dach mit hellblauem Außenlack, kein Problem. Sieht richtig cool aus, heißt auf Neudeutsch „Urban Lifestyle“.

Der Arona lenkt präzise ein, verzeiht auch eine zügige Gangart durch sanfte Untersteuer-Neigung, schwingt milde nach im Falle langwelliger Unebenheiten und erinnert die Passagiere auf kurzwelligen etwas ruppig daran, dass man eben in einem Kleinwagen unterwegs ist. Letzteres umso mehr, wenn man beispielsweise 18-Zoll-Räder montiert hat. Serienmäßig sind 16-Zoll-Reifen vorgesehen.

Für die Stadt motorisiert

Antriebsseitig konnten wir den 1,0-Liter-Turbo-Benziner mit 85 kW/115 PS (5 l/100 km) als auch den 1,6-Liter-Diesel mit 70 kW/95 PS (4,1 l/100 km) fahren. Beide reichen für die Stadt definitiv aus. Der TDI zieht bereits unten herum recht gut durch, während er seine Verbrennungsart deutlich vernehmlich, aber niemals störend hinausmurmelt. Der Ottomotor hingegen sirrt fröhlich, braucht etwas mehr Touren, um hurtig zu beschleunigen – hat aber in dieser Leistungsstufe einen sechsten Gang, während die Basisversionen mit fünf Übersetzungen auskommen müssen.

Alternativ bietet sich der neu entwickelte Hightech-Turbobenziner mit 1,5 Litern Hubraum, variabler Turbinengeometrie und Zylinderabschaltung an. Er feuert das 22.820-Euro-Vehikel energischer los als alle anderen Versionen. Für 110 kW/150 PS könnte der Vierzylinder jedoch noch eine Spur giftiger wirken. Während man sich vorstellt, wie der unspektakulär klingende Langhuber schon kurz über Leerlauf-Drehzahl die vorderen Pneus unbändig zum Scharren bringt, lässt er die Kurbelwelle in der Realität doch zunächst mäßig munter auf Touren kommen, bevor er den Arona auf Trab bringt.

Volles Ausstattungspaket

Gar nicht auf Kleinwagen macht der Seat bei Ausstattung, Fahrerassistenz und Infotainment. Wer entsprechendes Geld nachschießt, bekommt wie bei den Großen Automatikgetriebe (Doppelkupplung), ein Kombiinstrument, das aus einem einzigen Display besteht, volle Konnektivität in Form von Android Auto oder Apple Carplay plus integriertem Navi mit großem, schick gestalteten Zentralbildschirm, Einpark-Automatik, LED-Scheinwerfer, Soundsystem, Aktiv-Tempomat sowie Totwinkel-Alarm.

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