Gefahren: Seat Ibiza mit ungeahntem Platzgefühl

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Mit der Neuauflage des Ibiza könnte Seat dem Handel viel Arbeit bescheren. Das Modell nutzt moderne Technikbausteine des Konzerns, verbindet sie mit viel Innenraum und einem agilen Fahrverhalten.

Firma zum Thema

Die fünfte Generation des Seat Ibiza überzeugt mit Fahreigenschaften und Platzverhältnissen.
Die fünfte Generation des Seat Ibiza überzeugt mit Fahreigenschaften und Platzverhältnissen.
(Bild: Seat)

Kein Modell ist mit der Marke Seat so tief verbunden wie der Ibiza. Benannt nach der Lifestyle-Insel im Mittelmeer gehört er seit 1984 fest zum Programm, wurde bis heute mehr als 5,3 Millionen Mal gebaut. Mittlerweile sind die Spanier bei Generation fünf angelangt. Und die macht einen riesigen Sprung in Sachen Modernität. Denn der Ibiza ist das erste Kompaktmodell im Volkswagenkonzern, das auf der neuen MQB-A0-Architektur basiert. Damit bekommt der Kleinwagen, der nach bisherigen Plänen am 10. Juni erstmals im deutschen Handel steht, sogar den Vortritt vor dem Polo, der in der zweiten Jahreshälfte erscheint.

Die Vorteile der neuen Plattform sind vielfältig. Der neue Ibiza wurde mit 4,06 Metern nicht länger, steht aber deutlich breiter auf seinen Rädern. Auch der Radstand wuchs. Letzteres kommt vor allem den Passagieren auf der Rücksitzbank zugute. Sie genießen mehr Platz. „35 Millimeter mehr Kniefreiheit sind in dieser Klasse ein gewaltiger Schritt“, sagt Matthias Rabe, der Entwicklungschef von Seat. Tatsächlich fühlen sich auch Personen mit 1,80 Meter Körpergröße noch bequem untergebracht. Ganz hinten bleibt ein Gepäckabteil von 355 Litern, das sind 63 Liter mehr als beim Vorgängermodell. Laut Seat sei dies ein Bestwert im Segment.

Seat Ibiza: Startschuss für die fünfte Generation
Bildergalerie mit 9 Bildern

Hinterm Lenkrad dürfte sich jeder Seat-Besitzer sofort zu Hause fühlen. Sauber gezeichnete Rundinstrumente, ein klares, übersichtliches Layout, eine leichte Bedienung sowie gute Verarbeitung zeigen, wessen Tochter man ist. Volkswagen gilt hier als der Klassen-Maßstab. Ein Eye-Catcher im Cockpit ist der 8,0-Zoll-Bildschirm. Mit seiner großen Glasfläche ragt er weit über das eigentliche Display hinaus und soll dem Fahrer ein wenig „iPad“-Gefühl vermitteln.

Das frei konfigurierbare „Active Info Display“, wie es im neuen Golf zum Einsatz kommt, wird der Ibiza anfangs allerdings noch nicht haben. Entwicklungschef Rabe erwartet den Einzug des Hightech-Features zum Jahreswechsel 2018. Schließlich zielt die Marke vorwiegend auf junge Käufer. Denen dürfte es auch gefallen, dass man beim Thema Konnektivität vorn dabei ist. Das Smartphone kann kabellos geladen werden und es lässt sich mit dem Bordsystem entweder über Apple Car Play, Android Auto oder Mirror Link verbinden.

Dreizylinder mit kräftigem Durchzug

Da kann das, was vorne unter der Haube steckt, schon mal ins Hintertreffen geraten. Dabei bietet Seat auch hier modernste Technik. Den Einstieg bildet ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 95 oder 115 PS. Wer denkt, damit wäre der Ibiza nicht ausreichend motorisiert, irrt gewaltig. Der Motor läuft klasse, dreht agil, hat einen schnurrigen Sound und wirkt in keiner Weise überfordert.

Das liegt nicht zuletzt auch an dem recht geringen Gewicht (1.140 Kilogramm) des Spaniers. Wer mehr Leistung benötigt, muss sich noch ein wenig gedulden. Ab Herbst soll ein 1,5-Liter-TSI mit 110 kW/150 PS und Zylinderabschaltung das Angebot ergänzen. Der Vierzylinder wurde kürzlich erstmals im neuen Golf vorgestellt.

Das Thema Diesel ist bei Seat nicht vom Tisch, auch wenn die Nachfrage im Kompaktsegment allgemein zurückgeht. Doch Länder wie Spanien, Italien oder Frankreich fragen den Selbstzünder noch recht stark nach. Den Ibiza wird es als 1.6-TDI mit 80, 95 oder 115 PS geben. Im Gespräch ist auch eine 150-PS-Variante.

(ID:44606387)