Gefahren: Subaru WRX STI mit Bügelbrett

Autor / Redakteur: Elfriede Munsch/SP-X / Jens Rehberg

Die Fangemeinde kann sich freuen: Den WRX STI gibt es jetzt auch wieder als Stufenheck-Limousine inklusive riesigem Heckflügel.

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Definitiv politisch unkorrekt: Der große Flügel hinter dem WRX STI.
Definitiv politisch unkorrekt: Der große Flügel hinter dem WRX STI.
( Archiv: Vogel Business Media )

Drei lange Jahre haben die Fans des WRX STI gewartet: Jetzt gibt es die japanische Kraftmaschine mit 300 PS endlich nicht mehr nur als Fünftürer, sondern auch wieder als Stufenheck-Limousine samt dazu gehörigem Heckflügel im Bügelbrettformat. Seit Anfang Oktober stehen also gleich zwei Karosserievarianten des PS-Protzes in den Schauräumen der Händler. Der neue Viertürer kostet ab 46.900 Euro und ist somit 1.500 Euro teurer als sein etwas dezenter gehaltenes fünftüriges Pendant.

Wenn schon auffallen, dann auch richtig. Der Stufenheck-Vorgänger des WRX STI erfreute sich nicht nur wegen seines Leistungspotentials großer Beliebtheit. Auch sein auffälliges, meist metallic-blau lackiertes Äußeres mit großem Heckflügel und goldfarbenen Felgen ließen die Herzen der Besitzer höher schlagen.

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Der Nachfolger agiert dagegen etwas dezenter. Die Farbe Gold hat ausgedient, ebenso wie der Zusatz Impreza im Namen. Geblieben sind der wuchtige vordere Stoßfänger samt rechteckigem Lufteinlass und die typische Hutze auf der Motorhaube. Unverändert ist auch das vergleichsweise gute Platzangebot der 4,58 Meter langen Limousine samt einem 420 Liter fassenden Kofferraum. Im Innenraum fehlen weder Alu-Pedale noch Recaro-Sportsitze.

Der 2,5-Liter-Vierzylinder-Boxer leistet 300 PS und stellt 407 Nm bereit. Bei ersten Testfahrten und unter Einhaltung der Verkehrsvorschriften kann man das Potenzial des Fahrzeugs natürlich kaum ausschöpfen. Aber auch schon ein leichtes Antippen des Gaspedals vermittelt einen Eindruck, zu was dieser Subaru in der Lage ist. Der Vorwärtsdrang wird vehement umgesetzt: Man sieht es nicht nur am blitzartigen Vorschnellen der Tachonadel, sondern wird auch schön fest in den Sitz gepresst. So erahnt man zumindest, welche Kräfte bei artgerechter Bewegung beispielsweise auf dem Nürburgring auf Fahrer und Fahrzeug einwirken würden. Leider ist die akustische Untermalung zu dezent ausgefallen. Aus den zwei Doppelauspuffendrohren tönt es vergleichsweise harmlos. Ein wenig mehr martialisches Gebrüll wäre angebracht.

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Neben einem präzisen manuellen Sechsgang-Getriebe und Allradantrieb bietet der WRX STI noch allerlei technische Zutaten, um auf der Straße oder der Rennstrecke eine gute Figur zu machen. Mit dem sogenannten SI-Drive sind die drei Modi „Intelligent“, „Sport“ und „Sport Sharp“ wählbar. Darüber hinaus kann der Fahrer seinen Fahrstil durch drei Einstellungen personifizieren. Bei „Normal Mode“ arbeiten die elektronischen Helfer wie ABS und ESP normal. Ist der „Traction Mode“ am Zug, entfalten Traktions- und Stabilitätskontrolle erst verzögert ihre Regeltätigkeit und ermöglichen so exakte Driftings. Beim Off-Modus sind bis auf das ABS alle anderen Systeme abgeschaltet.

Optimistische Verbrauchsangaben

Ach ja: neben der Höchstgeschwindigkeit (255 km/h, elektronisch abgeregelt) gibt Subaru auch einen Durchschnittsverbrauch an. Der ist aber mit 10,5 Litern (CO2-Ausstoß: 243 g/km) nicht sonderlich realitätsnah. Selbst im Straßeneinsatz dürften locker fünf bis sieben Liter mehr zusammenkommen.

Noch ein Trost für wahre Fans mit kritischer Frau/Freundin: Wer das martialische Äußere nicht mögen darf, kann den Heckflügel abbestellen und das Fahrzeug in Schwarz oder Silber bestellen. Aber irgendwie fehlt dann auch was.

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