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Gehaltsgefälle bei Kfz-Azubis am größten

| Autor: Jakob Schreiner

Wie eine aktuelle Auswertung zeigt, unterscheidet sich die Ausbildungsvergütung im Kfz-Gewerbe je nach Tarifbereich um bis zu 296 Euro. Im Vergleich zu anderen Branchen bewegt sich das Vergütungsniveau aber im Mittelfeld.

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(Bild: ZDK)

Bei der monatlichen Ausbildungsvergütung von Auszubildenden im Kfz-Handwerk sind die regionalen Unterschiede im Branchenvergleich am größten. Das Gehalt kann sich je nach Region um bis zu 296 Euro unterscheiden, wie die aktuellen Zahlen des Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung belegen. Demnach verdienen Kfz-Azubis im dritten Lehrjahr in Baden-Württemberg mit 956 Euro am meisten, während sie sich in Brandenburg mit 660 Euro zufrieden geben müssen.

Neben der größten Gehaltsdifferenz markiert das Ausbildungsgehalt eines Kfz-Lehrlings aus Thüringen im ersten Lehrjahr mit 610 Euro auch den unteren Totpunkt über alle Branchen und Ausbildungsjahre hinweg. Am meisten Geld verdient ein Lehrling dem Bericht nach im vierten Ausbildungsjahr im westdeutschen Bauhauptgewerbe, nämlich 1.580 Euro. Ähnlich große Unterschiede zeigen sich auch in den weiteren Ausbildungsjahren. Im dritten Ausbildungsjahr variieren die Ausbildungsvergütungen zwischen 1.475 Euro im westdeutschen Bauhauptgewerbe und 710 Euro im Kfz-Handwerk in Thüringen.

Trotzdem schneidet die Branche im Vergleich nicht so schlecht ab, wie man dadurch zunächst vermuten könnte. Bei der Höhe der tariflichen Ausbildungsvergütungen identifizierten die Studienmacher drei Gruppen: Gruppe 1 mit 900 bis 1.000 Euro, Gruppe 2 mit 700 bis 900 Euro und Gruppe 3 mit unter 700 Euro. Die die durchschnittliche Ausbildungsvergütung von Kfz-Azubis liegt laut der Auswertung in Gruppe 2 und bewegt sich somit im Mittelfeld.

Gehaltsprimus ist die Metall- und Elektroindustrie, die als einzige Branche bereits ab dem Ausbildungsbeginn in den meisten Regionen mehr als 1.000 Euro zahlt.

Über fast alle Branchen hinweg attestiert das WSI den Ausbildungsvergütungen regionale Unterschiede, wobei neben einem West-Ost- mitunter auch ein Süd-Nord-Gefälle zu beobachten sei. Bundeseinheitliche Tarifregelungen gibt es nur in wenigen Branchen, wie z.B. bei Banken, Versicherungen dem Öffentlichen Dienst oder der Deutschen Bahn.

In die Auswertung des WSI-Tarifarchivs fließen die Werte von 16 ausgewählten Tarifbranchen ein.

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 Jakob Schreiner

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Redakteur Ressort Service & Technik