Geldwäsche auf der Spur

Redakteur: Christoph Baeuchle

Wer den Verdacht auf Geldwäsche hat, muss dies melden. Sonst drohen Strafen. Wie man Tätern auf die Spur kommt, war ein Schwerpunkt bei der zweiten Fachtagung „Geldwäscheprävention im Automobilhandel“.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Dass das im vergangenen Jahr neu aufgelegte Geldwäschepräventionsgesetz mit hohen Strafen droht, sollte sich mittlerweile in der Branche herumgesprochen haben. Dabei geht es nicht nur um Bußgelder, sondern auch um den öffentlichen Pranger, wie Hannes Steiner, Justitiar der Hahn-Gruppe, bei der von ZDK, TAK und Deutscher Gesellschaft für Geldwäscheprävention (DGGWP) veranstalteten zweiten Fachtagung „Geldwäscheprävention im Automobilhandel“ hervorhob.

Steiner legte den rund 250 Zuhörern nahe, sich mit den gesetzlichen Vorgaben auseinanderzusetzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen – egal ob Inhaber oder Geschäftsführer eines Betriebs. „Als Geschäftsführer ist man ein sogenannter Garant“, so Steiner. Damit sei man verpflichtet, tätig zu werden und Dinge zu verhindern.

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Dafür gilt es im Unternehmen entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. „Entscheidend ist sensibilisiert zu sein“, ergänzte der Justitiar. Das gelte für den Chef und für die Mitarbeiter. Oft reiche der gesunde Menschenverstand, denn „in vielen Situationen ist es offensichtlich“.

Das gilt zum Beispiel, wenn der Käufer größere Summen in bar zahlen will, oder wenn der Kaufpreis in mehreren kleinen Teiltranchen bezahlt wird. Der Berliner Kriminalbeamte Guido Meurer, Dozent für Kriminalistik und Strafrecht an der Polizeiakademie, hatte eine ganze Liste an Situationen, bei denen es sich lohnt, besonders achtsam zu sein.

Eine solche Situation ist beispielsweise, wenn ein sehr junger Geschäftsführer ein unverhältnismäßig teures Fahrzeug kaufen will und sich beim Kaufprozess weitere Leute im Hintergrund aufhalten. Vor allem dann, wenn kurzfristig vereinbarte Zahlungswege geändert werden und Dritte die Summen begleichen.

Irgendwann müssen auch beim Letzten die Alarmglocken läuten. Wenn Misstrauen aufkommt, rät Meurer zunächst vor allem eines: „Fragen Sie nach.“ Denn hier lasse sich bereits einiges erkennen. Muss der Kunde überlegen, um eine Antwort zu finden? Sind die Antworten plausibel? „Wenn ein Kunde mit einem ausländischen Identifikationsausweis kommt, lassen Sie ihn einen Satz in seiner Sprache sagen“, so Meurer.

Vielen ist nicht bekannt, wie ein ausländisches Dokument auszusehen hat. Oder kennen Sie den offiziellen Reisepass aus Bulgarien? Den Personalausweis aus Dänemark? Wolfgang Volland, Erster Kriminalhauptkommissar a. D. vom LKA Berlin, zeigte gleich fünf verschiedene. Beim großen Rätselraten gab es nur falsche Antworten. So gibt es etwa in Dänemark gar keine Personalausweise.

Das zeigt: Fälscher machen Fehler. Und hier gilt es aufmerksam zu sein. Mal ist der Stempel von der „Landeshauptstadt Köln“, mal gibt es Schreibfehler, mal trägt der auf dem Lichtbild abgebildete Mann einen Frauennamen. Doch nicht immer ist es so leicht.

Fällt etwas auf und weckt das Misstrauen, sollte man vor allem eines machen: eine Verdachtsmeldung. „Das gilt auch unter der 10.000-Euro-Schwelle, ab der die Sorgfaltsidentifizierungspflicht greift“, betonte Dirk Steiner, der bei der zuständigen Abteilung Financial Intelligence Unit (FIU/Generalzolldirektion) als Arbeitsbereichsleiter tätig ist. „Entscheidend ist, dass man zu dem Schluss kommt, da könnte Geldwäsche im Spiel sein.“

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