Gelungener Neustart

Verband der Nissanhändler Deutschland (VDNH)

25.02.2008 | Redakteur: Elvira Minack

Kann nach einem erfolgreichen Jahr wieder lachen: Händlerverbandsvorsitzender Peter Gerards.
Kann nach einem erfolgreichen Jahr wieder lachen: Händlerverbandsvorsitzender Peter Gerards.

So etwas hat es bei einer Nissan-Händler-Tagung seit Jahren nicht gegeben: Immer wieder kommen Verbandsmitglieder zu ihrem Vorsitzenden Peter Gerards, klopfen ihm auf die Schulter und bedanken sich. Dem 40-Jährigen, der vor einem Jahr völlig unerwartet zum Verbandsvorsitzenden gewählt wurde, sind gemeinsam mit seinen Vorstandsmitgliedern zwei Dinge gelungen: Die Organisation lebt wieder, hat ihre Buchführung geordnet und neue Mitglieder gewonnen. Und man hat dem Importeur Nissan Center Europe (NCE) eine Reihe wichtiger Zugeständnisse abgerungen.

Dazu gehören die Verlängerung der zinsfreien Zeit für Vorführwagen von 90 bzw. 120 Tagen auf 150 Tage, das Festhalten am Anzahlungsbetrag von fünf Prozent bei Neuwagen anstatt der geplanten 12,5 Prozent und die wöchentliche Auszahlung von Prämien. Einen Volumenbonus erhalten jetzt auch die Händler, die weniger als 70 Einheiten im Jahr vermarkten.

Ein Zeichen setzt der Verband auch mit der Regelung, dass die im Jahr 2006 erreichte Einstufung bei der Kundenzufriedenheit für die Händler 2008 als gesetzt bleibt. Verbessern kann sich jeder, eine Rückstufung ist jedoch ausgeschlossen.

Netz kann fehlende Händler nicht ersetzen

Doch nicht alle Aufgaben konnte Gerards als gelöst vermelden. So fehlen noch immer Daten für wichtige Schnittstellen in der neuen IT. Bis Ende April soll auch das der Vergangenheit angehören. Daneben hatten die Verbandsmitglieder noch eine Reihe andere Probleme. Und so war die Liste ihrer Forderungen an die anwesende NCE-Geschäftsführung umfangreich (siehe Kasten).

Realistische Jahresziele für 2008 ist eine davon. Gerards brachte es auf den Punkt: „Wir sind nicht verantwortlich für die 150 Open Points, die es noch immer gibt. Wir können das nicht ausgleichen.“ Einen Vorschlag, wie man die fehlenden Einheiten ersetzen könnte, hat der Verband auch: Nissan sollte in ausgewählten Standorten Agenturen zulassen. Das könnte laut Vertriebs- und Netzdirektor Oliver Christoph noch in diesem Jahr möglich sein, allerdings nur in Gebieten, in denen sich Neuinvestitionen nicht rechneten.

Sorgen haben die Händler zurzeit im Aftersales-Geschäft. Nissan versucht sich nämlich aus der Verantwortung für die älteren Fahrzeuge zu stehlen. Konkret heißt das, dass die Händler ihren Kunden gegenüber keinerlei Kulanzmöglichkeiten haben, wenn es um Mängel geht, die aus Qualitätsproblemen aus der Vergangenheit resultieren. Trotz aller noch zu lösender Aufgaben fasste ein zufriedener Peter Gerards die Situation so zusammen: „Wir sind guter Dinge. Wir stehen zu Nissan und sind gemeinsam verdammt zum Erfolg.“

Die gelöste, nach vorne gerichtete Atmosphäre auf der Jahrestagung hatte aber auch noch mit einer anderen Person zu tun: Andreas Gabriel, neuer Geschäftsführer von NCE. Mit seiner sachlichen Art ist es ihm offensichtlich gelungen, das Vertrauen der Händler zu gewinnen.

Die bürden ihm allerdings auch allerhand auf, wenn sie ihn – gleich dem Erzengel Gabriel – als den betrachten, der immer zur rechten Zeit am rechten Ort ist.

 

Verbandsforderungen

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