Genf: Deutsche Autobauer können auch kompakt

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Nicht Traumautos, sondern die Kompaktklasse steht im Mittelpunkt des Auftritts deutscher Hersteller beim 82. Genfer Automobilsalon. Mercedes und Audi etwa zeigen ihre Weltpremieren A-Klasse und Audi A3.

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Premierenflut: Auf dem 82. Genfer Automobilsalon sind rund 180 Welt- und Europapremieren zu sehen.
Premierenflut: Auf dem 82. Genfer Automobilsalon sind rund 180 Welt- und Europapremieren zu sehen.
( Foto: Wehner )

Showeffekte, aber auch einiges an Substanz bieten die deutschen Hersteller bei ihrem Messeauftritt am Lac Leman in diesem Jahr. „Wovon sollen wir träumen“, sang Frieda Gold auf der Präsentationsparty von Mercedes und meinte damit vielleicht auch die Hoffnungen des Herstellers, der mit der A-Klasse das vielleicht spannendste neue Modell zeigt. Den radikalen Konzeptwechsel von der hohen Variante mit doppeltem Boden hin zu einer sehr sportlich ausgelegten Interpretation des Themas Kompaktwagen unterstrich Dieter Zetsche mit der Botschaft, das A in der A-Klasse stünde für Attacke.

Tatsächlich zielen die Stuttgarter auf neue Kunden, die bislang eher bei den Wettbewerbern von BMW und Audi fündig wurden. Die bisherigen Käufer der A-Klasse sollen die etwas höhere und bequemere B-Klasse ordern. Beide Angebote in der Kompaktklasse sind zudem Vorboten neuer Varianten mit Front- oder Allradantrieb, die Mercedes unterhalb der C-Klasse etablieren will. In Genf sind diese Derivate allerdings noch nicht zu sehen. Die A-Klasse punktet mit einer reichhaltigen Sicherheitsausstattung inklusive radarbasiertem Kollisionswarner. Bestellungen werden ab Juni angenommen. Die Preise dürften bei rund 23.500 Euro beginnen.

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Premieren: Audi A3 und Mercededs A-Klasse

Zeitgleich mit der Stuttgart Offerte debütiert in Genf der vielleicht wichtigste Rivale um die Gunst der Kunden in der Premium-Kompaktklasse: der Audi A3. Die noble VW-Tochter nimmt für sich in Anspruch, das Segment 1996 erfunden zu haben, ein Jahr vor der A-Klasse. Die nunmehr dritte Generation des A3 wirkt wie eine logische Weiterentwicklung des bisherigen Modells. Experimente musste Audi nicht eingehen.

Technisch profitiert der A3 vom sogenannten modularen Querbaukasten des VW-Konzerns, der künftig vielerlei Produkte bedienen kann und mehr Spielraum für die Gestaltung und Vernetzung der Fahrzeuge lässt. Vernetzung ist überhaupt ein wesentliches Stichwort für die beiden Premiumanbieter. Sowohl A-Klasse wie A3 verfügen über Multimediasysteme, die das Internet und die Welt der digitalen Kommunikation 2.0 ins Auto einbinden. Mercedes setzt dabei auf Apples iPhone und nutzt sogar deren Sprachsteuerung Siri zur Bedienung des Systems.

Bei BMW, dem dritten im Bunde der deutschen Premium-Hersteller steht das viertürige Gran Coupé im Mittelpunkt des Messeauftritts. Basierend auf dem 6er-Coupé besetzt BMW mit dem Grand Coupé die Lücke im Programm, die Mercedes und Audi durch CLS und A7 erst entdeckt und das bedient hatten. Ähnlich viel Aufmerksamkeit wie das im Wesentlichen schon bekannte Coupé verdienen die neuen M-Performance-Modelle von BMW. Einen Tripple-Turbo in einem Diesel gab es bislang ebenso wenig wie ein Modell, das bei 381 PS lediglich 6,3 Liter Super benötigt. Am anderen Ende des Spektrums präsentieren die Münchner den 116d, der mit 3,8 Litern Diesel auskommt und nur 99 Gramm CO2 emittiert.

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