Genf: Nur die Starken überleben

Autor / Redakteur: Sebastian Viehmann / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Vom unbezahlbaren Supersportler bis zur Neuauflage des Samba-Bullis: VW packt in Genf einen großen Koffer aus. Ganz oben liegt eine Extraportion Selbstbewusstsein. Es wird geklotzt, dass die Wände wackeln.

Firmen zum Thema

VW zeigt viel Neues auf dem Genfer Salon. Zur Leistungsschau gehört auch das Konzeptfahrzeug der „New Bulli“,
VW zeigt viel Neues auf dem Genfer Salon. Zur Leistungsschau gehört auch das Konzeptfahrzeug der „New Bulli“,
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Volkswagen-Konzern unterstreicht auf dem Automobilsalon in Genf eindrucksvoll seine Absicht, zum Weltgrößten Autobauer aufzusteigen und Toyota vom Thron zu stoßen. „2011 dürfte ein solides, ein gutes Jahr werden - für die Automobilindustrie und für Volkswagen“, kommentierte VW-Chef Martin Winterkorn am Montagabend die Absatzzahlen seines Unternehmens für Januar und Februar: Sie haben um mehr als 16 Prozent auf rund 1,2 Millionen Fahrzeuge zugelegt.

Mit welchen Produkten der Weg weiterhin nach oben führen soll, führten die Pkw-Marken des Konzerns am Genfer See am Montagabend auf der VW-Premierenshow vor, die traditionell am Vorabend der Pressetage des Salons stattfindet. In der rappelvollen Halle Espace Sécheron wurde jede Vorstellung von einer spektakulären Akrobaten-Show begleitet. Kameraleute drängten sich auf den Emporen, und Reporter kämpften um die Pressemappen, als würden Goldbarren verteilt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 21 Bildern

Luxusmarken mit kraftvollen Technikträgern

Goldwert sind zumindest die Edel-Modelle des Konzerns. „Spitze 350 Km/h, von 0 auf 100 in 2,9 Sekunden“ - mehr musste Lamborghini-Präsident Stephan Winkelmann zum neuen Aventador eigentlich gar nicht sagen. Viel mehr Zeit bleibt auch nicht, denn kurz nachdem der grell orangene Murciélago-Nachfolger auf die Bühne gerast ist, kommt schon das nächste Modell.

Dem echten Aventador hätte die Show wohl gefallen: Der Namensgeber des scharfkantigen und 700 PS starken Supersportwagens war ein berühmter Kampfstier. Für den Volkswagen-Konzern ist die Genfer Showhalle letztlich nichts anderes als eine Arena, in der die Wolfsburger ihre Kämpfer durch die Manege führten. Nur die Starken überleben. VW gehört zweifellos dazu.

So geht der bunte Marken-Reigen weiter. Nicht nur bei Lamborghini, auch bei Bentley dreht sich alles um Geschwindigkeit. Begleitet von Tänzern in weißer Antarktis-Montur wird die Bühne vernebelt, hinter einer künstlichen Eiswand erscheint ein schwarzes Continental Supersports Convertible. Der Zwölfzylinder-Bolide stellte kürzlich einen Weltrekord auf Eis auf, als er mit 330 Km/h über die zugefrorene Ostsee raste. Aus diesem Anlass bringt Bentley ein auf 100 Exemplare limitiertes Sondermodell des Continental namens „Ice Speed Record“ auf den Markt.

Neue Seat-Designsprache in der IBX-Studie

Bei Seat darf wieder geträumt werden, diesmal von einem kompakten SUV namens IBX. Ob aus der Studie jemals ein Serienmodell wird, bleibt abzuwarten, aber Seat-Chef James Muir macht schon mal eine klare Ansage: „Die Designsprache des IBX werden Sie künftig in all unseren Modellen wiederfinden.“ Skoda zeigt derweil mit der Studie VisionD, wie ein neues Modell der Tschechen aussehen könnte. Die Mischung aus kühler Eleganz und Sportlichkeit harmoniert allerdings nicht so ganz mit dem Fließheck samt XXL-Heckscheibe.

(ID:371332)