Genfer Autosalon 2015: Die Zuversicht wächst

Autor / Redakteur: dpa / Gerd Steiler

Die Automesse in Genf gilt seit jeher als Stimmungstest der Autokonjunktur. Gerade für die europäischen Hersteller gibt es in diesem Jahr positive Signale.

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(Foto: Autosalon Genf)

Der Autosalon in Genf (5. bis 15. März) liefert traditionell einen Vorgeschmack auf das Autojahr – und der dürfte vielen Herstellern Appetit auf mehr machen. Denn 2015 ist bisher geprägt von billigem Öl und einem schwachen Euro. Beides hilft den europäischen Autobauern, die im Zuge der Finanzkrise magere Jahre auf dem Heimatkontinent hinnehmen mussten.

„Insgesamt stützen der billige Euro und die Null-Zins-Politik der EZB die Konjunktur in Westeuropa und den neuen EU-Ländern“, sagt Automarkt-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Ihm zufolge ist 2015 in Westeuropa deshalb mit rund 12,5 Millionen Pkw-Verkäufen zu rechnen – dies wäre ein Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch das billige Öl dürfte den Autobauern demnach helfen. Wenn der Treibstoff günstig ist, ist es in der Regel leichter, die Fahrzeuge in den Markt zu bringen.

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Raus aus dem „Krisenmodus“

Unter den großen europäischen Automärkten erwartet der Experte die stärksten Zuwächse in Spanien mit mehr als elf Prozent, gefolgt von Italien (knapp neun Prozent) und Frankreich (mehr als fünf Prozent). Das Krisenland Spanien werde dabei aber auch von einer Abwrackprämie getrieben.

„Der europäische Automarkt hat nun die Talsohle hinter sich gelassen und verlässt langsam den Krisenmodus“, sagt auch Autoexperte Peter Fuß vom Stuttgarter Beratungsunternehmen EY.

Bereits zum Jahresstart hatte der europäische Automarkt weiter zugelegt: Dank zweistelliger Zuwächse in Spanien und Italien kletterte der Absatz in der Europäischen Union im Januar um 6,7 Prozent auf knapp eine Million Fahrzeuge, wie der Branchenverband Acea mitteilte. In allen größeren Märkten wurden mehr Autos verkauft.

Erholung mit Risiken

Fachmann Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach hält weiteren Aufwind für wahrscheinlich, warnt aber zugleich vor Risiken. „Ich glaube schon, dass die vergleichsweise solide Erholung in Europa weitergeht – wenn nichts Dramatisches in Richtung Russland und Ukraine passiert.“ Im Markt sei nach wie vor eine große Unsicherheit, wie sich die Lage in der Krisenregion entwickle.

Genfer Salon 2015: Viel Neues, wenig Spektakuläres
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„Für den russischen Markt sehe ich relativ schwarz. Da wird man zweistellige Verluste einfahren“, sagt Bratzel. „Die Frage ist, ob das ein bisschen überschwappt. Ich rechne im Moment nicht damit, aber man muss es stark beobachten.“ Auch Dudenhöffer erwartet in Russland einen Einbruch der Autoverkäufe um mehr als 20 Prozent. Er gibt aber Entwarnung: „Wer weltweit unterwegs ist, kann Russland ausbalancieren.“ Der niedrige Eurokurs biete gute Exportchancen und damit höhere Gewinne. Unternehmen mit einem hohen Geschäftsanteil im Dollarraum können beispielsweise in Europa gebaute Produkte im Ausland günstiger anbieten – und sich so einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

China und USA: Bewährte Zugpferde

Ohnehin bleiben die beiden großen Märkte China und die USA auch künftig die Zugpferde der Hersteller. 2014 stieg der Pkw-Absatz allein in diesen beiden Märkten um insgesamt drei Millionen Autos, wie aus einer CAM-Studie hervorgeht. Demnach bestimmten diese Regionen bald die Hälfte des globalen Absatzes.

Auf dem wichtigen Markt China erreichte PSA Peugeot Citroën demnach zuletzt das höchste Wachstum (+32 Prozent). Die Franzosen setzen damit jedes vierte weltweit verkaufte Auto in dem Riesenreich ab. Hohes Wachstum verbuchten aber auch Daimler, Jaguar Land Rover sowie Ford und BMW.

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