Genfer Boliden: Blechtestosteron unter Strom

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Der Genfer Autosalon lässt die Herzen der Sportwagenfans 2013 hoch schlagen. Leistung haben die meisten Supersportler im Überfluss. Die kommt oft durch einen Schuss Elekto zustande.

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Paukenschlag in Genf: Die italienische Traumwagenschmiede präsentiert das Extrem-Modell „LaFerrari“.
Paukenschlag in Genf: Die italienische Traumwagenschmiede präsentiert das Extrem-Modell „LaFerrari“.
(Foto: Ferrari)

Paukenschlag auf dem Ferrari-Stand. Die italienische Traumwagenschmiede präsentiert ein Extrem-Modell, das so viele revolutionäre Elemente beinhaltet wie noch kein Ferrari zuvor. Schlicht „LaFerrari“ heißt der Nachfolger des Enzo Ferrari. Der Hybrid-Sportler ist laut Hersteller „der schnellste Ferrari aller Zeiten“. Befeuert wird der Supersportler von einem 588 kW/800 PS starken 6,3-Liter-V12-Motor. Ein 120 kW/163 PS kräftiger Elektromotor unterstützt den Vortrieb der flachen Flunder. Die Fahrleistungen des Ferrari-Neulings sind atemberaubend: Nur 15 Sekunden sollen bis 300 km/h vergehen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 350 km/h.

Auch in puncto Querperformance hat der nach dem Hy-Kers-System arbeitende Zweitürer zugelegt und schafft den Rennkurs in Fiorano fünf Sekunden schneller als der Enzo sowie drei Sekunden schneller als der aktuelle F12 Berlinetta. Die nur 60 kg schweren Lithium-Ionen-Batterien werden sowohl durch Bremsenergie-Rückgewinnung als auch durch den Verbrenner gespeist. Wer den mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausgerüsteten Renner, der weitestgehend aus Karbon-Werkstoffen besteht, in die Garage stellen möchte, muss schnell und finanzkräftig sein: Es wird nur 499 Exemplare geben zum Preis von über einer Million Euro. Da ist der sparsame Verbrauch von unter zehn Litern je 100 km (kombiniert) nur ein schwacher Trost.

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Schnelle Einzelstücke

Ähnlich teuer (866.000 Pfund) und mit 375 Exemplaren noch etwas seltener ist der McLaren P1, ebenfalls ein Hybrid. Mit einer Systemleistung von 673 kW/916 PS beschleunigt der Zweisitzer in 17 Sekunden von 0 auf 300 km/h. Der Norm-CO2-Ausstoß liegt unter 200 g/km. Das ist sportlich in doppelter Hinsicht. In der Mitte platziert ist der 3,8 Liter große Downsizing-V8 mit Turboaufladung. Im reinen Elektroantrieb fährt der P1 bis zu 20 Kilometer – allerdings mit einer Maximalgeschwindigkeit von lediglich 48 km/h.

Ebenfalls hybrid unterwegs sein wird der künftige Honda NSX, den der Hersteller im Jahr 2015 definitiv auf die Straße bringen will. In Genf steht er dieses Jahr als seriennahes Konzept mit direkteinspritzendem V6-Mittelmotor und zwei E-Maschinen; über die Leistung schweigt sich Honda derzeit noch aus. Da der flache Supersportler aber wohl sechsstellig kosten soll, darf man ruhig schon einmal von einer Mitgliedschaft im 500-PS-Club träumen.

Beim Maserati GranTurismo MC Stradale, der eine besonders scharfe Version des Basismodells darstellt (338 kW/460 PS statt 302 kW/405 PS), können ab sofort auch vier Personen mitgenommen werden. Eine Motorhaube aus Karbon und markante Spoiler sorgen analog zum Zweisitzer für eine einfache Identifikation des drahtigen Gran-Turismo-Derivats. Die Höchstgeschwindigkeit von über 300 km/h unterstreicht den dynamischen Einschlag, für die Kraftübertragung setzt der Hersteller ein auf Performance getrimmtes automatisiertes Sechsgang-Getriebe ein.

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