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Gerüchte: VW an Fiat-Chrysler-Kauf interessiert

Autor: Andreas Wehner

Volkswagen-Großaktionär Ferdinand Piëch hat nach einem Bericht des „Manager Magazins“ Gespräche mit den Fiat-Haupteigentümern über eine Übernahme geführt. Die Italiener dementieren.

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(Foto: Chrysler)

Fiat tritt Gerüchten einer möglichen Übernahme durch Volkswagen entgegen. Es habe keine Gespräche mit Volkswagen über eine Fusion gegeben, teilte der Autobauer am Donnerstag mit.

Das „Manager Magazin“ hatte zuvor berichtet, der Volkswagen-Konzern lote einen Kauf oder eine Teilübernahme von Fiat-Chrysler aus. VW-Aufsichtsratschef und Großaktionär Ferdinand Piëch habe dazu bereits Gespräche mit den Fiat-Haupteigentümern geführt, schreibt das Blatt. Dabei gehe es vor allem um die US-Marke Chrysler, die Fiat erst zum Jahresanfang komplett übernommen hatte. Schon mehrfach hatte Piëch zuletzt aber auch Interesse an der Marke Alfa Romeo geäußert.

Die Fiat-Eigentümerfamilien Elkann und Agnelli erwägen dem Bericht zufolge, sich fast komplett aus dem Automobilgeschäft zurückzuziehen. Die Italiener würden sich in Zukunft gern auf die Sportwagenmarke Ferrari konzentrieren, schreibt das Magazin.

Neben Fiat hat sich auch die Exor-Holding, in der die Anteile der Familie Agnelli an dem Autobauer gebündelt sind, zu Wort gemeldet und Fusionsgespräche mit Volkswagen dementiert.

Für Volkswagen könnte eine Chrysler-Übernahme die Lösung der Probleme auf dem nordamerikanischen Automarkt sein. Die Wolfsburger haben dort massive Schwierigkeiten beim Verkauf ihrer Kernmarke VW Pkw. Seit Monaten sinken die Absatzzahlen in den USA. Dabei gilt der dortige Automarkt als Schlüsselregion für das Ziel von Volkswagen, bis 2018 der weltweit größte Autohersteller zu werden.

VW könnte von Chrysler mehrfach profitieren. Zum einen hinken die Wolfsburger derzeit beim Angebot von in den USA wichtigen SUVs hinterher. Zwar hat VW erst kürzlich den Bau eines mittelgroßen Modells für den US-Markt mit den Arbeitstitel Crossblue ab 2016 angekündigt. Mit den erfolgreichen Geländewagen und Pick-ups von Chrysler hätte der Konzern aber gleich ein ganz anderes Pfund, mit dem er wuchern könnte. Zum anderen dürfte das gut ausgebaute Händlernetz der US-Marke ein wichtiges Argument für die Wolfsburger bei einer möglichen Übernahme sein.

Das „Manager Magazin“ berichtete aber auch über diverse Hindernisse. So seien die Preisvorstellungen sehr unterschiedlich. Zudem sei für VW nach wie vor die mittelfristige Übernahme eines Lkw-Herstellers denkbar. Alles gleichzeitig sei jedoch schwer zu finanzieren.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«