Autobank AG Geschäftsbetrieb wird abgewickelt

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Wegen nachhaltiger Verluste und einer starken Störung der Geschäftstätigkeit durch die Covid-19-Krise zieht das Management der Autobank AG einen Schlussstrich. Der Finanzierer wird in den kommenden zwei Jahren nach und nach abgewickelt.

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Leere Kassen bei der Autobank AG: Weil sich das Geschäft nicht mehr trägt, wird das Finanzinstitut aufgelöst.
Leere Kassen bei der Autobank AG: Weil sich das Geschäft nicht mehr trägt, wird das Finanzinstitut aufgelöst.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die österreichische Autobank AG steht vor der Auflösung. Am Freitag hat eine außerordentliche Hauptversammlung der Aktiengesellschaft laut einer Pressemitteilung die Liquidation des Unternehmens in den kommenden 18 bis 24 Monaten. In diesem Zeitraum werde der Abbau aller bestehenden Portfolios erfolgen und nach Rückzahlung aller Spareinlagen schließlich die Bankkonzession niedergelegt.

Den Angaben zufolge verwaltet die Bank derzeit Retailkredit- und Leasingverträge mit österreichischen Kunden in Höhe von rund 70 Millionen Euro. Das Portfolio in Deutschland beträgt noch knapp über 20 Millionen Euro. Diese Verträge laufen regulär weiter, die Kunden müssen sich nicht aktiv melden. Die bestehenden Geschäftskunden seien alle persönlich kontaktiert worden, um die weiteren Schritte zu erklären, versichert die Bank. Privatkunden finden einen umfangreichen Frage-Antwort-Katalog auf der Webseite des Unternehmens.

Die Abwicklung scheine unausweichlich, wird der Vorstand der Autobank AG zitiert. Ursächlich für den Schritt ist eine nachhaltige negative Geschäftsentwicklung. Nach einer Neuausrichtung der Bank im März 2019 hatte die Covid-Krise die Restrukturierung erschwert. Die Folge waren hohe Abschreibungen, auch das Neugeschäft der Händlerfinanzierungen im Neuwagenbereich „wurde faktisch verunmöglicht“. Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet der Vorstand einen Verlust von rund 6,5 Millionen Euro.

Erfolglose Investoren-Gespräche

Zwar habe die Autobank AG Gespräche mit Investoren geführt. Diese konnten jedoch nicht erfolgreich abgeschlossen werden, weshalb alternativ die Pläne zum geordneten Abbau des Unternehmens reiften. „Vorbehaltlich der notwendigen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen (EKV) wäre ein Fortbestand unter Neuausrichtung der Bank noch denkbar, wenn noch ein Investor gefunden wird“, heißt es nun in der Mitteilung.

Als nächsten sichtbaren Schritt des Abbaus der Geschäftstätigkeit endet das Listing der Aktien an der Wiener Börse mit dem 26. Februar 2021. Auch das Listing an der Börse München soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt beendet werden.

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